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Wachstum von 2,5 Prozent erwartet

Die Konjunktur in der bayerischen Wirtschaft hält an – aber die Unsicherheiten steigen

Die wirtschaftliche Lage im Freistaat ist stabil, zeigt die Frühjahrserhebung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Doch der Brexit bereitet Sorgen, ebenso die protektionistischen Maßnahmen in den USA.

Gegenüber der letzten Konjunktur-Erhebung vom Herbst 2017 hat sich der Gesamtindex für den Freistaat nicht verändert. Er weicht auch in Einzelwerten nur wenig ab. Quelle: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw)

Gegenüber der letzten Konjunktur-Erhebung vom Herbst 2017 hat sich der Gesamtindex für den Freistaat nicht verändert. Er weicht auch in Einzelwerten nur wenig ab. Quelle: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw)

München. Sonnige Aussichten: Die bayerische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer stabilen und guten konjunkturellen Lage. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Frühjahrserhebung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) für das halbjährliche Konjunkturbarometer – den vbw-Index.

„Wir erwarten für 2018 für Deutschland ein Wachstum von 2,0 Prozent und für Bayern von 2,5 Prozent“, zieht vbw-Präsident Alfred Gaffal das Fazit.

Gegenüber der letzten Erhebung vom Herbst 2017 hat sich der Gesamtindex nicht verändert, er weicht auch in Einzelwerten nur wenig ab. Die Firmen sind zufrieden mit der Geschäftslage. Allerdings steigen die Unsicherheiten deutlich, die das Wachstum bedrohen können. Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit verschlechtere sich, so Gaffal. Das werde nicht wahrgenommen, wegen der guten Konjunktur. Sie verdecke, „dass viel zu tun ist“.

Unsicherheiten sind etwa der anstehende EU-Austritt der Briten („Brexit“), die neue, Euro-kritische Regierung in Italien sowie das angespannte Verhältnis zwischen Russland und dem Westen. Und große Sorgen bereitet der Kurs der USA, mit protektionistischen Maßnahmen Exporte nach Amerika zu erschweren.

Bayerns Betriebe schaffen Arbeitsplätze in den USA

Hier greife es zu kurz, so Gaffal, wenn man in Washington nur auf den Handelsbilanz-Saldo blicke – also die Tatsache, dass mehr Waren aus der EU in den USA verkauft werden als umgekehrt. Dazu muss man wissen: Der richtige Maßstab ist die umfassendere Leistungsbilanz, die auch die Umsätze mit Dienstleistungen enthält sowie Rückflüsse aus Investitionen, die US-Konzerne über ihre europäischen Tochterfirmen getätigt haben. Die Leistungsbilanz weist einen kleinen Überschuss der USA gegenüber der EU aus.

Gaffal betonte, dass bayerische Unternehmen für 530.000 Arbeitsplätze in den USA sorgen. Er stellte klar: „Protektionismus führt in die Irre und schadet letztlich allen.“ Man müsse mit Amerika „auf Augenhöhe verhandeln“, das gehe nur eingebettet in ein starkes, wettbewerbsfähiges Europa.

Allerdings gebe es hier gerade in Deutschland Anlass zur Sorge. Die vbw verweist auf das viel beachtete Ranking des IMD World Competitiveness Centers in Lausanne (Schweiz): Die Bundesrepublik ist hier in nur vier Jahren von Rang 6 auf Rang 15 gefallen. Das Ranking zeigt die Themen, die bei uns kritisch sind: etwa das Steuersystem mit seinen hohen Belastungen, die hohen Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den Bereich IT-Infrastruktur – sowohl beim Mobilfunk als auch bei der Glasfaserversorgung. Insgesamt ist Deutschland für Investitionen aus dem Ausland weniger interessant als früher.

Gaffal: „Da müssen wir gegensteuern. Die Politik muss sich wieder um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft kümmern.“


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