Was Eltern wissen sollten

Die Kinder schützen?


Nanu, was baumelt denn da? Dass so ein Bild gestellt ist, wissen wir – aber es wirkt trotzdem ... Foto: picture-alliance/ZB

Nicht jede Police ist wirklich sinnvoll

Es gibt alle möglichen Versicherungen, die besorgte Eltern im Visier haben. Welche Absicherung der eigenen Kinder wirklich notwendig ist, hängt einerseits natürlich von den finanziellen

Möglichkeiten ab, andererseits aber vom ganz persönlichen Sicherheitsbedürfnis. Daher lässt sich über viele Policen trefflich streiten. Eine immerhin ist auf jeden Fall sinnvoll: eine Versicherung für Papa und/oder Mama!

Vorsorge für den Tod des Ernährers

Eine echte Bedrohung für den Nachwuchs ist es nämlich, wenn plötzlich der Hauptverdiener stirbt – und der Rest der Familie ohne Absicherung dasteht. Um das zu vermeiden, gibt es die Risiko-Lebensversicherung. „Mit ihr sichert man den Partner und die Kinder im Todesfall finanziell ab“, erklärt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Und das für niedrige Beiträge: „Ein 25-jähriger Nichtraucher zahlt bei einer Laufzeit von 20 Jahren für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro je nach Anbieter 5 bis 17 Euro monatlich“, sagt Rudnik. Die Police sollte alle paar Jahre an den Lebensstandard angepasst werden: Nach Gehaltserhöhungen etwa sollte ein höherer Betrag abgesichert werden.

Umstritten ist dagegen der Sinn einer Krankenhaus-Zusatzversicherung. Mit ei­ner solchen Police im Rücken kann man vom Chefarzt behandelt und in einem Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer untergebracht werden.  Dass Eltern für ihre Kinder eine solche Police einkaufen, davon rät Experte Rudnik eher ab.

Begründung: „Auf den Kinderabteilungen gibt es keine Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer-Garantie.“ Auch eine Krankenhaustagegeld-Versicherung ist nicht sinnvoll. Sie bringt Geld, das pauschal pro Tag im Krankenhaus gezahlt wird und übernimmt unter anderem die Kosten für das „Rooming-in“, wenn ein Elternteil beim Kind im Krankenhaus bleiben möchte. „Es wird ja nur gezahlt, wenn der Versicherte im Krankenhaus liegt“, sagt Rudnik, „man zahlt möglicherweise lange ein, ohne etwas davon zu haben.“ Zudem würden Krankenhausaufenthalte generell immer kürzer: „Eine solche Police rechnet sich also in den wenigsten Fällen.“

Schon brauchbarer ist da eine Unfallversicherung: Sie zahlt, wenn sich das Kind beim Toben verletzt und dann womöglich ein Leben lang behindert ist. Allerdings sind hier die Schäden durch gefährliche Sportarten in der Regel ebenso  ausgeschlossen wie Unfälle unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol. Eine Unfallversicherung für Kinder gibt es laut Rudnik schon ab etwa 8 Euro pro Monat.

Sparen für die Ausbildung

Zu Unrecht beliebt, nicht zuletzt bei Großeltern, ist eine Police mit festem Auszahlungstermin, häufig Ausbildungsversicherung genannt. „Sie steckt auch hinter anderen Namen“, warnt Rudnik. Da gebe es „Clever sparen“, „Startkapital-Versicherung“ – und sogar „Biene Maja“. Stets geht es um eine Art Kapitallebensversicherung: Stirbt der (erwachsene) Versicherungsnehmer, müssen keine Beiträge mehr eingezahlt werden – das Kind erhält am Ende der Laufzeit trotzdem die Versicherungssumme oder wenigstens einen Teil davon.

Das Problem: Diese Vorsorge-Form lohnt sich nicht. Das betont auch Sylvia Beckerle, Finanzexpertin in der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: „Wir raten davon ab, weil die Rendite zu gering ist.“ Besser sei es, das gleiche Geld auf dem Tagesgeldkonto zu sparen und es regelmäßig in Festgeld umzuschichten.

Mehr zum Thema:

Mit dem besten Freund verreisen macht Kindern Spaß – ist für die Eltern aber nicht ohne. Was müssen Gasteltern vor und während der Reise alles beachten und wer haftet, wenn die Kids Schaden anrichten?

Das Hab und Gut schützen, die Familie absichern, nach Unfällen zumindest finanziell aus dem Schneider sein: Für solche Zwecke gibt es alle möglichen Versicherungen. Doch welche Policen sind unverzichtbar oder zumindest wirklich nützlich?

aktualisiert am 09.10.2017

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang