Finanz-Tipp

Die Karte ohne Kredit


Foto: Caro
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Erst aufladen, dann leer räumen: Die Prepaid-Variante kann nützlich sein

Kreditkarten kennt jeder: Erst mal shoppen – und hinterher wird monatlich abgerechnet. Bei der „Prepaid“-Kreditkarte läuft das aber genau andersrum – und deswegen kann diese vorausbezahlte Variante sehr praktisch sein. Zum Beispiel, wenn man den Nachwuchs auf Reisen schicken will.

Im Prinzip funktioniert es wie beim Speicher-Chip auf der Geldkarte: Erst zahlt man ein, anschließend kann man den Betrag per Karte wieder ausgeben. „Auch wenn der Name etwas anderes nahelegt, erhält man bei Prepaid-Kreditkarten also keinen Kredit“, betont Oliver Hommel, Abteilungsdirektor Kartenprodukte beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband. „Ansonsten haben diese Karten aber die gleichen Funktionen wie die gängigen Kreditkarten.“

Man kann damit also im Laden oder im Internet bezahlen und am Automaten Geld holen. Wenn man per Prepaid-Karte einen Mietwagen reserviert, sollte man auf ein ausreichend hohes Guthaben achten. „In einigen Ländern wird die Kaution auf dem Kartenkonto reserviert, diese Summe ist dann bis zur Rückgabe des Wagens blockiert“, weiß Hommel.

Vor dem Urlaub Deckung prüfen

Bei der Haftung im Missbrauchsfall gibt es meist keine Unterschiede zur klassischen Kreditkarte. Vor Sperrung einer verlorenen oder gestohlenen Karte haftet man nur mit einem bestimmten Betrag (oft 50 bis 150 Euro), nach der Sperrung gar nicht mehr.

Versicherungen oder andere Zusatzleistungen sind bei Prepaid-Karten in der Regel nicht dabei, allerdings bieten einige Anbieter eine (geringe) Verzinsung des Guthabens.

Ist das Kartenkonto leer, kann man mit der Karte nicht mehr bezahlen: ideal für alle, die beim Shoppen gerne mal den Überblick verlieren.

Hommel rät: „Soll die Karte im Urlaub eingesetzt werden, muss man vor Abreise auf ausreichende Deckung achten, damit man nicht plötzlich ohne Geld dasteht.“

Für Menschen mit sehr geringem Einkommen ist die Prepaid-Variante oft die einzige Möglichkeit, an eine Kreditkarte zu kommen. Auch für Jugendliche ist eine Prepaid-Karte leicht erhältlich: So können die Eltern ihr Kind von Deutschland aus problemlos und ohne Schuldenrisiko mit Geld versorgen.

Umsonst ist das aber fast nie. „Für Prepaid-Kreditkarten erheben die Institute in der Regel entweder eine Jahresgebühr oder die Gebühren sind in den Kosten der Kontoführung enthalten“, so Hommel. Meistens zahlt man 20 bis 40 Euro pro Jahr, je nach Anbieter aber auch deutlich mehr. Vor allem aber kostet jede Auszahlung: je nach Anbieter bis zu 5 Euro. Das summiert sich, vor allem wenn man häufig kleinere Beträge aus dem Automaten zieht. Auch hier gilt also die alte Weisheit: Vergleichen lohnt sich.

Info: Prepaid-Trick fürs Handy

Am Ferienort bei den Reisegenossen anklingeln, ein Taxi holen oder auch mal nach Deutschland telefonieren: In vielen fernen Ländern wie zum Beispiel Ägypten geht das besonders günstig, wenn man einfach an der nächsten Ecke eine örtliche Prepaid-SIM-Karte kauft und ins Handy packt. Dadurch ändert sich die Rufnummer. Eingehende Anrufe sind dann in der Regel kostenfrei – dafür zahlt mehr, wer aus Deutschland anruft. Reist man wiederholt ins gleiche Ausland, kann man die fremde SIM-Karte oft reaktivieren.

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