Gesundheit

Die Jungen sehen alt aus


Viele gehen in die Knie: Nicht jeder junge Mann schneidet beim Belastungstest so gut ab. Foto: dpa

Wissenschaftler schlagen Alarm

Köln. Wer meldet sich wohl öfter krank – ältere Mitarbeiter oder Azubis? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weiß die Antwort: die Jungspunde!

„In der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen gibt es mehr Fälle von Arbeitsunfähigkeit pro 100 Beschäftigte als bei den 50- bis 64-Jährigen.“

Ob die Jungen öfter fehlen, weil sie sich am Vorabend zu sehr verausgabt haben, oder weil es ihnen an Pflichtgefühl mangelt – da muss die Statistik passen. Klar ist allerdings: Die körperliche Leistungsfähigkeit lässt immer mehr zu wünschen übrig.

Die Bundeswehr merkt es deutlich. Das zeigt der Jahresbericht des Wehrbeauftragten Reinhold Robbe. Fitness-Zustand der Soldaten: „mitunter besorgniserregend“. Auf dem Vormarsch dagegen: „deutliche Leistungsdefizite und mit Fettleibigkeit assoziierte Krankheitsbilder“.

Dicke Kinder auf dem Vormarsch

Dass viele Azubis von morgen schwächeln werden, ist schon sehr gut belegt. Einen „eklatanten Rückgang der grundlegenden motorischen Fähigkeiten bei Grundschulkindern“ beklagt der Deutsche Olympische Sportbund. Von den Teenies wiegen 17 Prozent zu viel, so das Robert-Koch-Institut nach einer bundesweiten Erhebung. Der Anteil der Übergewichtigen habe sich damit in kaum drei Jahrzehnten „fast verdoppelt“.

Nun kommt es noch dicker. Wie es um junge Erwachsene steht, war bis November nur zu ahnen. Das änderte jetzt Professor Dieter Leyk von der Deutschen Sporthochschule Köln. Fast 13.000 Teilnehmer von 16 bis 25 Jahren haben an seiner Studie teilgenommen und dabei Leistungstests absolviert.

Ergebnis: ein „gravierender Anstieg von übergewichtigen beziehungsweise untrainierten 20- bis 25-Jährigen“. Extremes Beispiel: Bei den 25-jährigen Männern, die Leyk und sein Team untersuchten, „sind 50 Prozent übergewichtig, 60 Prozent rauchen und rund ein Drittel ist sportabstinent“.

Das hat Folgen für die Betriebe: Leyk sieht ein „zusätzliches Nachwuchsproblem“ auf Berufe zukommen, „in denen ein Mindestmaß an physischer Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit notwendig ist“.

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