Tarifrunde 2009

Die Job-Erfolge nicht verspielen


Arbeitgeber warnen vor überzogenem Lohnsprung

Frankfurt. Die schwächelnde Nachfrage auf den wichtigsten Absatzmärkten macht der Metall- und Elektro-Industrie zu schaffen. „Ziel in der Tarifrunde 2009 muss es sein, die Beschäftigungserfolge zu sichern und die Belegschaften auch über die Krise hinweg zu halten“, sagte Ulrich Brocker, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeber-Dachverbands Gesamtmetall, als er letzte Woche mit Journalisten Unternehmen in Frankfurt besuchte.

Seit dem Tiefpunkt im April 2006 wurden in der Metall- und Elektro-Industrie bundesweit 235.000 zusätzliche Stamm-Arbeitsplätze eingerichtet und außerdem 600.00 zusätzliche Zeitarbeiter eingesetzt.

„Wir brauchen Kostensenkungen“

Umfragen zufolge sind die Auftragsbücher längst nicht mehr so gut gefüllt wie noch vor einem Jahr. Brocker: „Die Firmen beurteilen ihre Aussichten so schlecht wie seit 2001 nicht.“ Aufgrund der guten letzten Jahre würden zwar noch Stellen geschaffen – aber für die Zukunft seien kaum noch Neueinstellungen geplant, abgesehen von dringend benötigten Fachkräften. Wie sich die Lage für viele Betriebe verändert hat, zeigen zwei Beispiele.

Flugzeug-Zulieferer Diehl Aerospace, mit Werk in Frankfurt. Manfred Kennel, Sprecher der Geschäftsführung: „Der schwache Dollar erschwert den Export – zugleich stellen uns die Kunden vor größte Herausforderungen bei Flexibilität und Kostenbewusstsein.“

Die Kernkompetenzen liegen bei Avionik, Kabinen- und Türsystemen. Auch der neue Airbus 380 wird von Diehl Aerospace ausgerüstet. Der Wettbewerb gerade bei solchen Großprojekten werde immer intensiver, sagt Kennel: „Ein situationsangepasster Tarifabschluss und Planungssicherheit über längere Zeit würden unseren Wachstumspfad sichern.“

Die Division Chassis & Safety beim Autozulieferer Continental. Personalleiter Rainer Hetzer: „Wir brauchen jährliche Kostensenkungen von über 10 Prozent, um unsere Wettbewerbsposition halten zu können. Wenn die Kunden die Preise um 5 Prozent senken wollen und die Rohstoff- und Energiepreise langfristig weiter steigen, bleibt kein Spielraum für überzogene Tarifabschlüsse.“

Die Division hat über 65 Werke, Forschungszentren und Teststrecken in 20 Ländern; sie entwickelt und produziert etwa Antiblockiersysteme und elektronische Stabilitätsprogramme. Hetzer stellt klar: Mit maßvollen Tarifabschlüssen, Inflationsbekämpfung, Senkung der Personal-Nebenkosten und Förderung von Flexibilität und Qualifikation können wir auch künftig wettbewerbsfähig bleiben.“

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