Schlau verpacken schont die Umwelt

Die großen Versandhändler entwickeln platzsparende Verpackungen


Stauraum nutzen: Der Versandhändler Otto spart so im Jahr rund 500 Lkw-Fahrten. Foto: dpa

Dortmund. Endlich ist sie da. Die bestellte Ersatz-Speicherkarte für die neue Kamera. Lästig ist nur, dass der Winzling in einem viel zu großen Transportpaket steckt: pure Platzverschwendung – und kein Einzelfall.

Waren im Wert von 39,3 Milliarden Euro haben die Versandhändler im vergangenen Jahr verschickt, gut 16 Prozent mehr als 2011. Allein die Deutsche-Post-Tochter DHL hat knapp 1 Milliarde Pakete über Straßen und durch Innenstädte bewegt. Immer mit dabei: eine ganze Menge Luft.

8 Millionen Tonnen CO2 ließen sich vermeiden

„Die Unternehmen verwenden oft viel zu große Verpackungen, die nicht auf das aktuelle Warensortiment zugeschnitten sind“, sagt Andreas Hörsken vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Und beim Speditionsunternehmen Dachser, mit 21.000 Mitarbeitern eines der Großen in der Branche, wurde errechnet: Jede fünfte Lkw-Fahrt könnte entfallen, wenn die transportierten Waren weniger Platz benötigten. Das würde die Logistikkosten senken und die Umwelt schonen. Denn durch die eingesparten Fahrten ließen sich bis zu 8 Millionen Tonnen des schädlichen Klimagases CO2 vermeiden.

Kosten senken, gleichzeitig die Umwelt schonen, das ist besonders für die großen Logistiker interessant. „Schließlich gehört das Verpacken zu ihrem Kerngeschäft“, sagt Informatiker Hörsken vom Fraunhofer-Institut.

Er hat mithilfe einer speziellen Software die standardisierten Pakete des DHL-Logistikstandorts in Greven bei Münster unter die Lupe genommen. Ergebnis: In jede Verpackung passen jetzt bis zu 12 Prozent mehr Ware.
Hörskens Programm gleicht zu diesem Zweck das gesamte Warensortiment eines Versandunternehmens mit den vorhandenen Paketgrößen ab. So wird der verfügbare Platz optimal ausgenutzt.

Ähnlich ging der Versand-Dienstleister Hermes vor, der für die Hamburger Otto-Gruppe und andere Versandhändler jährlich rund 130 Millionen Pakete transportiert. Experten ließen im Schnitt eineinhalb Liter Luft aus den Paketen. „Wir haben zwar immer noch acht Standardgrößen, aber deren Abmessungen sind jetzt anders“, erklärt Candy Weiß-Thieme von Otto.

Durch die abgespeckten Pakete spart der Versandhändler in Zukunft rund 500 Lkw-Touren jährlich. 170 Tonnen Kohlendioxid weniger gelangen in die Luft, und beim Kunden quillt die Papiertonne nicht mehr über.

Grafik: CO2Online

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