Rohstoffe

Die „Gold-Else“ schlüpft in ein neues Gewand


Über 285 Stufen zu erreichen: Die Siegesgöttin Viktoria erinnert seit 1873 an preußische Feldzüge. Foto: fotolia

Edelmetall auch in der Industrie heiß begehrt

Berlin. Stolz ragt die Siegessäule 70 Meter hoch empor. Jetzt wird das Wahrzeichen Berlins für 4,5 Millionen Euro saniert: Alleine für die Auffrischung der Siegesgöttin Viktoria benötigt man 1,2 Kilo Blattgold.

Doch das Edelmetall ist auch ein heiß begehrter Werkstoff in der Industrie. Gold hält Wärme und Kälte aus, ist beständig gegen Säuren und Korrosion, zugfest und transportiert zuverlässig elektrische Signale. Letzteres interessiert vor allem die Hersteller von Computern und Mobiltelefonen: In jedem Gerät stecken mikroelektronische Bauteile, die ohne Feinstdrähte aus Gold nicht funktionieren würden. Mit einer Dicke bis 25 Mikrometern sind die Drähte drei- bis viermal dünner als ein menschliches Haar.

Zehn Gramm Gold lassen sich auf eine Fadenlänge von einem Kilometer ausdehnen. „Die stetige Miniaturisierung verlangt nach immer dünneren Materialien“, so Jörg Wetterau, Konzernkommunikator beim Edelmetall- und Technologie-Spezialisten Heraeus.

Hauchdünn in Lebensmitteln

Die Weltjahresproduktion dieser „Bonddrähte“ verschlingt bereits 140 Tonnen Gold. 10 Prozent der Goldförderung gehen in die Elektrotechnik und Elektronik. 30 Prozent horten wir als Barren und Münzen. 45 Prozent verschlingen Uhren- und Schmuckherstellung. Das Material findet sich auch hauchdünn in Lebensmitteln wie Spirituosen und Pralinen oder als Dekor auf Porzellan und Möbeln. Ein Gramm Gold ergibt – auf 100 Nanometer Dicke ausgewalzt – einen halben Quadratmeter Blattgold.

Übrigens: Alles Gold der Welt, das bis heute gefördert wurde, beläuft sich auf 160.000 Tonnen. Als Würfel hätte es eine Kantenlänge von etwa 20 Metern. Der würde locker unter das Brandenburger Tor passen.

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