Themenseite

Die Flüchtlinge und die deutsche Wirtschaft

Es ist die größte Herausforderung für Politik und Gesellschaft seit der deutschen Einheit: die Integration von weit mehr als einer Million Flüchtlingen, die in relativ kurzer Zeit zu uns gekommen sind.

Welche Chancen haben sie auf dem Arbeitsmarkt? Wie engagieren sich Industrie-Betriebe, damit aus Fremden möglichst schnell Kollegen werden? Was bedeutet die Zuwanderung für Staatsfinanzen und Sozialkassen?

AKTIV berichtet immer wieder über dieses zentrale Thema. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Beiträge, nach folgenden Themenbereichen gebündelt und immer wieder aktualisiert:

1. Herausforderung Flüchtlingskrise – Politik und Gesellschaft

2. Integration konkret – Betriebe und Verbände

3. Integration konkret – Menschen und Möglichkeiten


1. Herausforderung Flüchtlingskrise – Politik und Gesellschaft

Inzwischen geht es fix bei den Flüchtlingen. In 24 Ankunftszentren sind Registrierung, Gesundheitscheck, Asylantrag durchgetaktet. Das bringt die Menschen rasch in die Kommunen. Dort übernehmen Schwerpunktbehörden die Integration.

Wer ist da zu uns gekommen? Vorwiegend syrische Akademiker oder nur Analphabeten? Was die Flüchtlinge drauf haben, hat jetzt eine Umfrage ermittelt. Ehsan Vallizadeh vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung nennt Fakten.

Welche Auswirkungen hat die Flüchtlingsmigration auf den Arbeitsmarkt? Das erste Mal legt die Bundesagentur für Arbeit Zahlen vor. Ein Ergebnis: Die Integration nimmt viel Zeit in Anspruch. Woran das liegt, lesen Sie hier.

Mehr als eine Million Menschen sind inzwischen zu uns geflohen – das hat natürlich Folgen für den Arbeitsmarkt. AKTIV erklärt wichtige Punkte: Was weiß man über die Flüchtlinge? Was können sie? Wann könnten sie arbeiten?

aktualisiert am 10.05.2016

Die Ausgaben für die Flüchtlingskrise gehen in die Milliarden. Trotzdem gibt es bisher keine Diskussion über Steuererhöhungen oder Sparpakete. Weil die Steuereinnahmen sprudeln, reicht das Geld für alle.

50 Milliarden – so viel kostet uns die Flüchtlingskrise 2016 und 2017. 50 Milliarden – so viel Steuergeld spült die gute Konjunktur im selben Zeitraum zusätzlich in die Kassen. Eine heikle Balance, die nicht selbstverständlich ist.

Der gewaltige Strom von Asylbewerbern stellt uns vor eine riesige Herausforderung. Kann die Integration gelingen? AKTIV hat sich auf eine Deutschlandreise gemacht. Und Menschen hautnah beobachtet, die einfach handeln!

Flüchtende Menschen können bei uns Schutz finden. So steht es im Grundgesetz. Doch ist der Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel auch aus ökonomischer Sicht zu vertreten? AKTIV beleuchtet drei zentrale Punkte.

Mit dem nüchternen Pragmatismus eines mittelständischen Fabrikanten reagiert die Wirtschaft auf den größten Flüchtlingsandrang seit Generationen. Motto: Wir können nicht die Welt retten – aber wir können bei uns vor Ort das tun, was jetzt zu tun ist.

Führende Wirtschaftsvertreter sehen im Ansturm von Asylbewerbern eine Chance für den Arbeitsmarkt. Im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels am 24. September drängen sie die Poltik zu Reformen: Flüchtlinge sollen schneller für sich selbst sorgen können.

Fachwerk-Fassaden, gepflegtes Kopfsteinpflaster – auf den ersten Blick scheint in Goslar die Welt in Ordnung. Aber: Die Stadt kämpft mit Bevölkerungsschwund. Und setzt jetzt auf Flüchtlinge als Neubürger. AKTIV war beim Bürgermeister.

Weihnachtszeit – Spendenzeit: Im Advent sind viele traditionell besonders großzügig, und wegen der Flüchtlingskrise tut Hilfe besonders not. Das Finanzministerium hat daher gute Taten noch einfacher gemacht.

Die Flüchtlingskrise als PC-Spiel? Darf man das? Das Flüchtlingskommissariat der UN findet: Man muss sogar! Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Game, bei dem der Spieler in die Rolle eines Flüchtlings schlüpft.

2030 werden in Deutschland 5,2 Millionen Fachkräfte fehlen, so die Bundesagentur für Arbeit. Deshalb kümmert sich das Hamburg Welcome Center besonders innovativ und vorbildlich um gut ausgebildete Zuwanderer.

2. Integration konkret – Betriebe und Verbände

Der Aufwand lohnt sich: Rund 1.000  Teilnehmer und 850  Firmen machten im Projekt mit. 40 Prozent der Kandidaten wurden eine Ausbildung oder ein Job vermittelt. Dabei halfen Deutschkurs, Bewerbungstrainings und Praktika.

Thilo Lindner bereitet derzeit acht Neuankömmlinge auf eine Ausbildung vor, vier weitere sind bereits Lehrlinge bei Lapp. Was das Unternehmen in Menschen investiere, bekomme es auch wieder zurück, sagt Lindner.

Mit Blick auf die Flüchtlingskrise wollen viele Chemie-Firmen Betroffene beruflich integrieren. Damer Simina aus Eritrea hat es geschafft – er ist Azubi bei Axalta in Wuppertal. Sein Ausbilder erzählt, welche Hürden zu meistern waren.

Geringe Deutschkenntnisse und fehlende Zeugnisse – die Hürden für den Berufseinstieg von Flüchtlingen sind hoch. Die Freudenberg-Gruppe greift deshalb sechs jungen Männern unter die Arme. Und macht sie fit für die Ausbildung.

Erst ein Sprachkurs und Praktikum, dann womöglich der Ausbildungsplatz: Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft bringt junge Flüchtlinge und Unternehmen zusammen und fördert dadurch die berufliche Integration.

Das Bremer Werk von Mercedes-Benz bietet Migranten die Möglichkeit, ein mehrwöchiges Brückenpraktikum zu absolvieren. Damit qualifizieren sie sich für weitere berufliche Fortbildungsmaßnahmen in Deutschland.

Der Farben-Spezialist Jansen Lacke in Ahrweiler macht Flüchtlinge fit für den Job: Zwei Männer aus Syrien durften in dem Betrieb für mehrere Wochen mit anpacken. Sie lernen fleißig Deutsch und wollen nur eins: arbeiten.

Das Projekt „Ida Bayern Turbo“ bereitet Flüchtlinge auf eine Ausbildung vor. In Unternehmen wie Schneider Electric in Regensburg bekommen sie dann ihre Chance – so etwa der Syrer Rawad Warda.

Drei junge Männer aus Syrien, Algerien und dem Irak haben es geschafft: Sie starten jetzt in ein Betriebspraktikum. Die Chance bietet ihnen das Projekt „Fit für die Ausbildung“, bei dem neun Firmen aus der Region Hannover mitmachen.

Acht junge Leute aus dem Kongo, Somalia, Eritrea und Syrien werden bei Samson in Frankfurt für eine Ausbildung fit gemacht. Wie das Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge“ in Hessens Wirtschaft funktioniert, lesen Sie hier.

Blaupause für mehr: Das Projekt „IdA 120“ der Initiative „Integration durch Arbeit“ der bayerischen Arbeitgeberverbände hat 35  Flüchtlinge aus 20  Ländern in eine Ausbildung oder einen Job vermittelt.

Sie bieten ihnen Praktika, vermitteln ihnen Grundqualifikationen und bilden sie aus: Hier ein paar Beispiele, was Unternehmen im Südwesten zur Integration von Flüchtlingen auf die Beine stellen.

„Kollegen aus anderen Nationen, das ist normal bei uns“, sagt Barbara Strasser von Mainsite in Obernburg. Hier arbeiten Türken, Argentinier und Deutsche Hand in Hand. Aber: „Wer in die Branche will, muss Deutsch können!"

Neun von zehn Metall- und Elektro-Betrieben können sich vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. In jeder zehnten Firma passiert das schon. Wo Betriebe Chancen und Probleme sehen, zeigt eine Umfrage des Arbeitgeberverbands.

Hunderttausende Flüchtlinge erreichen Deutschland, von Januar bis September gab es 275.000 Asyl-Erstanträge. Bei Chemie-Unternehmen wie Evonik, Bayer oder BASF starten jetzt spezielle Kurse zur Berufsvorbereitung.

Deutsch gelernt und eine Ausbildung zum Inudstrieanlagen-Elektroniker geschafft: Wie die Integration von Flüchtlingen gelingt, zeigt das Beispiel von Jeyatheepan Ganesalingam. Er kam vor sechs Jahren aus Sri Lanka ins hessische Limburg.

Kleider- und Geldspenden, zusätzliche Lehrstellen und Hilfe bei Behördengängen: Viele norddeutsche Firmen und ihre Mitarbeiter engagieren sich für die Menschen, die aus den Krisenregionen nach Deutschland kommen.

3. Integration konkret – Menschen und Möglichkeiten

Unternehmen, die einem Migranten einen Job bieten, stehen vor großen Herausforderungen. Wie sie damit erfolgreich umgehen, zeigt eine Fortbildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Suran Umakanthan kam nach einer abgebrochenen Einzelhandelslehre und einem Zwischenstopp bei Opel als ungelernte Kraft zum Spezialstahlhersteller Friedr. Lohmann. Jetzt ist er dort fest angestellt, dank einer Zeitarbeitsfirma.

Der Anfang ist schwer für Flüchtlinge in Deutschland. Sie müssen die Sprache lernen, sich beruflich orientieren, einen Job finden. In Bayern helfen ihnen IdA-Navigatoren beim Weg in Ausbildung oder Arbeit.

Vinzent Eruotor will Maschinenführer werden. Er startete als Hilfskraft beim Gießereifachbetrieb Thöni. Nun wird er dort auf eine Lehre vorbereitet. Die Initiative „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ (IdA) unterstützt ihn dabei.

Mit 17 Jahren kam dieser junge Mann allein nach Deutschland. Jetzt ist er 19 und startet ins Berufsleben beim Landmaschinenhersteller John Deere in Mannheim. Geholfen hat ihm das Programm „Flüchtlinge in Ausbildung“.

Auf ein Ende der Gewalt in Afghanistan setzt er nicht. Rahmatullah Kamran hat bei der Vereinigten Schmirgel- und Maschinen-Fabrik eine Lehre als Fachlagerist begonnen. Das verdankt der junge Mann dem Firmennetzwerk Zukunftinc.

Werner Drexel leitet die Ausbildung der Grob-Werke in Mindelheim. Dort kümmert er sich besonders um Asylbewerber. Der 54-Jährige organisiert etwa Sprachunterricht und hilft bei Papierkram – oder hört einfach nur zu.

Rana Iskandar ist aus Syrien geflohen. Inzwischen ist sie Praktikantin bei Bomafa in Bochum, einem Hersteller von Industriearmaturen, und wird in den nächsten Wochen eine Ausbildung als Industriekauffrau anfangen.

Mohammed O. floh aus seiner afrikanischen Heimat Eritrea. Im Projekt „Integration durch Arbeit“ bereitet sich der Schweißer nun auf seine Lehre zum Industriemechaniker in Bayern vor – bei iwis, einem Hersteller von Präzisionsketten.

Büffeln nach Feierabend? Das ist nicht ohne. Aber einige Mitarbeiter des Tür- und Torproduzenten Teckentrup im westfälischen Verl wollen das besondere Angebot der Firma nutzen – und ihre Deutsch-Kenntnisse verbessern.

Die Zahl der Flüchtlinge steigt weiter. Und Johanna Löhner gehört zu denen, die sich um sie kümmern. Die Augsburger Arbeitsvermittlerin verhilft Asylbewerbern zu einem qualifizierten Job oder einer Ausbildung.

aktualisiert am 17.09.2015

Als Kind kam Schamschoun Youkhana (27) aus dem Irak nach Deutschland. Das Leben in der neuen Heimat fiel zunächst schwer. Doch dann gelang die Integration – und der berufliche Aufstieg beim Heiztechnikhersteller Wolf.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang