Klimaschutz

Die Elektro-Autos kommen ...


... aber Audi und BMW setzen zunächst auf Hybrid-Fahrzeuge

München/Ingolstadt. Von null auf hundert in 4,8 Sekunden – mit Hilfe von 356 PS. Was nach einem Sprit-Fresser klingt, ist in Wahrheit ein Öko-Traum auf Rädern. Das schnittige Demo-Fahrzeug „BMW Vision EfficientDynamics“ verbraucht weniger als 4 Liter auf 100 Kilometer.

Der Münchner Autobauer hat

in seinem neuesten Vorzeigewagen ein effizientes Turbodiesel-Aggregat mit jeweils einem eigenen Elektromotor für jede Achse kombiniert – ein sogenanntes Hybrid-Fahrzeug. Die Batterie kann entweder an der Steckdose aufgeladen werden oder dadurch, dass per „Rekuperation“ Brems-Energie zurückgewonnen wird. Der „cw-Wert“, das Maß für den Luftwiderstand, liegt dank der betont aerodynamischen Form nur bei 0,22.

Dass die Bedeutung des Elektro-Autos zunehmen wird, ist ausgemachte Sache. Die Frage ist nur: Wie schnell? Zwar arbeiten bayerische Hersteller und Zulieferer fieberhaft am Antrieb der Zukunft. Doch für die Serienfertigung kommt kurzfristig nur die Mix-Technologie Hybrid infrage.

Es hapert an der Reichweite

Denn die Experten der beiden Premium-Hersteller Audi und BMW glauben nicht daran, dass schon bald große Autos auf unseren Straßen fahren, die ausschließlich Strom tanken. „Völlig illusorisch ist das“, heißt es etwa bei BMW.

Der störende Faktor in der schönen neuen Welt der Elektromobilität ist immer noch die Batterie – sie ist zu schwer und zu teuer, und Reise-Limousinen mit kurzer Reichweite braucht niemand. Auf den Einsatz von Verbrennungsmotoren wird man demnach nicht so schnell verzichten können. Daran richtet sich auch die konkrete Planung aus:

BMW bringt nächstes Jahr einen 7er und den X6 mit elektrischer Antriebshilfe auf den Markt.

Audi schickt ebenfalls im Jahr 2010 den Q5 ins Rennen. Der A4 als Hybrid ist bereits in Planung. Die Preise dürften weit über vergleichbaren Modellen mit konventionellem Antrieb liegen. Aber immerhin sind die laufenden Kosten natürlich geringer. Und darauf schauen die Kunden stärker als früher. Zudem sind die ergänzenden Elektromotoren ein Weg, um die Vorgaben etwa der Europäischen Union zum „Flotten-Verbrauch“ zu erfüllen.

„e-tron“ und „Megacity Vehicle“

Um noch mehr zu sparen, setzen Audi und BMW auf weitere Wege. Zum einen auf noch effizientere Verbrennungsmotoren – so verbrauchen manche Diesel-Aggregate von Audi bereits heute weniger als vier Liter. Zum zweiten auf Leichtbau und Aerodynamik. Der eingangs beschriebene Demo-Hybrid vereint all das.

Und das reine Elektro-Auto? Nicht im Limousinen-Segment, wohl aber in dem der Stadt-Flitzer plant BMW bereits die Serienproduktion: Das ganz neu zu entwickelnde „Megacity Vehicle“ soll spätestens 2015 die Ballungsräume erobern. Um Erfahrungen zu sammeln, kurven derzeit 600 umgerüstete „Mini“-Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb durch Deutschland, England und die USA.

Audi hat sich für sein reines Elektro-Auto das Jahr 2013 als Ziel gesetzt. Spätestens dann soll der Sportwagen „e-tron“ zu haben sein, zunächst freilich in geringer Stückzahl. Im e-tron sind Kohlefasern und Aluminium verbaut. Mit 313 PS katapultiert er sich in weniger als fünf Sekunden von null auf hundert. Die Reichweite liegt bei 250 Kilometern.

FCI Connectors: Fahren mit 750 Volt

Stecker im neuen Elektro-Renault

Nürnberg. Elektro-Flitzer benötigen leistungsfähige Batterien sowie flotte Motoren – und Kabelverbindungen, die Stromquelle und Antrieb zusammenbringen. Dafür sorgen die Mitarbeiter im Nürnberger Werk der Firma FCI Connectors.

Ab 2011 wollen die Auto-Hersteller Renault und Nissan Elektro-Autos in Serie auf den Markt bringen – mit Steckverbindungen aus Franken. Die Anforderungen an die Stecker sind enorm. Der Strom fließt mit der Stärke von 250 Ampere, die Spannung liegt bei 750 Volt. Ein Metall-Käfig, der das Kontaktsystem umgibt, schirmt die elektromagnetische Strahlung ab. Für übliche Auto-Elektronik, etwa Klima-Anlagen, reichte bislang zwölf Volt Spannung.

Continental: Neue Batterie-Fabrik

Power auch für den Hybrid-Daimler

Nürnberg. Seit diesem Sommer ist der Mercedes S400 Blue Hybrid auf dem Markt. Ein kleines Elektro-Aggregat (20 PS) ergänzt seinen Verbrennungsmotor, das senkt den Verbrauch um ein Viertel auf knapp 8 Liter. Die Batterie stammt aus dem im Herbst 2008 für 3,3 Millionen Euro neu eingerichteten Continental-Werk in Nürnberg.

23 Mitarbeiter arbeiten dort, die Kapazität beträgt 15.000 Batterien im Jahr und kann kurzfristig verdoppelt werden. Demnächst werden auch Modelle von BMW, wie etwa der 7er Hybrid, ihren Stromspeicher aus Nürnberg beziehen.

Continental hat zudem angekündigt, ab 2011 den Antrieb für ein neues Großserien-Elektrofahrzeug zu liefern. Die Leistungselektronik dafür wird in Nürnberg und Regensburg entwickelt. Dass hier Renault der Kunde ist, gilt in der Branche als offenes Geheimnis.

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Schlagwörter: Verkehr Energie

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