Prämien und Zulagen

Die echten Einkommensgrenzen sind oft höher, als man meint

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Riestern darf jeder Arbeitnehmer, Elterngeld erhalten alle Eltern, Kindergeld sowieso. Andere staatliche Förderungen bekommt aber nur, wer nicht zu viel verdient – wobei die Einkommensgrenzen oft viel höher sind, als es der erste Eindruck vermuten lässt.

Da gibt es etwa die Wohnungsbauprämie zum Beispiel für Bausparer: Gut 90 Euro jährlich können Ehepaare einstreichen, die mindestens 1024 Euro pro Jahr bausparen und deren „zu versteuerndes Einkommen“ nicht mehr als 51.200 Euro im Jahr beträgt. Was man wissen sollte: Ein Ehepaar mit zwei Kindern kann nach Rechnung der Landesbausparkassen (LBS) brutto fast 78.000 Euro verdienen, ohne diese Grenze zu überschreiten!

Bei einer alleinstehenden Mutter mit einem Kind entspricht der gesetzlichen Fördergrenze – 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen – ein Jahresbrutto von knapp 36.400 Euro: Solange sie darunterliegt, kann sie für eine Bauspar-Leistung von mindestens 512 Euro jährlich gut 45 Euro Prämie kassieren. Weitere Beispiel-Fälle der LBS finden Sie hier:
www.lbs.de

Aber Achtung: Die Wohnungsbauprämie fließt bei seit 2009 abgeschlossenen Verträgen in der Regel nur noch dann, wenn man das Gesparte später auch tatsächlich für einen Immobilienerwerb nutzt. Ausnahmen gelten unter anderem für ganz junge Bausparer – mehr dazu lesen Sie hier auf AKTIVonline.

Bei der Arbeitnehmer-Sparzulage sind die Einkommensgrenzen niedriger. Wer die vermögenswirksamen Leistungen (vL) der Firma zum Beispiel in einen Wertpapier-Sparvertrag steckt, bekommt die Förderung, solange sein zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 20.000 Euro liegt. Die Zulage beträgt in diesem Fall stolze 20 Prozent – eine jährliche Sparleistung von 400 Euro belohnt der Staat also mit 80 Euro pro Jahr. Wird mit der vL dagegen für die eigene Wohnung gespart, liegt der Fördersatz bei „nur“ 9 Prozent und die Einkommensgrenze ist noch etwas niedriger: 17.900 Euro.

Für Ehepaare gelten aber jeweils die doppelten Beträge. Und generell darf auch hier das tatsächliche Jahresbrutto oft viel höher sein als die erwähnte Grenze. Ein Blick in den letzten Steuerbescheid bringt Klarheit über die Höhe des zu versteuernden Einkommens, auch ein Gespräch mit einem Bankberater kann hilfreich sein.

Übrigens: Arbeitnehmer, die als Single unter der 20.000-Euro-Grenze bleiben (oder aber mit Ehepartner unter 40.000 Euro), können auch die noch recht neue „Bildungsprämie“ einstreichen. Damit fördert der Staat eine Weiterbildung – zum Beispiel auch während der Elternzeit: Die Hälfte der Kurs-Kosten, maximal aber 500 Euro, werden übernommen. Wer sich für dieses Programm interessiert, kann sich unter www.bildungspraemie.info informieren sowie bei der kostenlosen Hotline unter folgender Rufnummer: 0800-262 3000


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