Milliarden Euro für Besinnlichkeit

Die Deutschen sind Weihnachtsmarkt-Weltmeister

Macht Laune: Bummel über den Nürnberger Christkindlesmarkt. Foto: Uwe Niklas

Nürnberg. Am 28. November ist es wieder so weit. Dann dampfen in einem Kessel auf dem Nürnberger „Christkindlesmarkt“, aufgeheizt auf 70 Grad, nicht weniger als 9.000 Liter Feuerzangenbowle.

Weihnachtsmärkte – das ist inzwischen eine Welt der Superlative. Wohl gut zwei Millionen Besucher werden zu dem Spektakel nach Nürnberg strömen und sich neben Bowle und Glühwein zahllose Buden mit Kunsthandwerk und Geschenkartikeln zu Gemüte führen. Insgesamt kommen bundesweit 2.500 Märkte auf rund 270 Millionen Besucher, ist beim Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute in Berlin zu erfahren.

Damit seien die Deutschen die Weihnachtsmarkt-Weltmeister. Der durchschnittliche Besucher gibt laut Schaustellerverband rund 30 Euro an den romantischen Buden aus – demnach wären die Märkte mit rund 8 Milliarden Euro viermal so umsatzstark wie die über das ganze Jahr laufende Fußball-Bundesliga.

Die Branche ist lokale Wirtschaftsförderung: Von den 30 Euro landen 9 Euro beim lokalen Einzelhandel, weitere 3 Euro gehen über Standgebühren an Städte und Kommunen. Und ihr Charakter hat sich gewandelt: „Weihnachtsmärkte sind keine reinen Verkaufs- und Fressveranstaltungen mehr“, sagt Hans-Peter Arens, der Chef des Bundesverbands. In Köln etwa, das rund sechs Millionen Besucher auf seine Märkte lockt, lädt eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen ein.

Auf dem „Bergweihnachtsmarkt“ in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen kann man sich auf einer Rodelbahn mit Echt-Schnee vergnügen. Und im ganzen Land locken immer mehr „Kunsthandwerkermärkte“: Man darf dort beim Schmieden oder Glasblasen zuschauen – und kann dann gleich das passende, frisch produzierte Weihnachtsgeschenk erstehen.

Rund 188.000 Menschen arbeiten in den Wochen vor dem Weihnachtsfest an den Marktständen der Republik. „Durchschnittlich sind es pro Stand um die zwei bis vier Beschäftigte“, erklärt Arens, der selbst mit einem Stand auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt zu finden ist.

Platz eins beim Umsatz belegen trotz aller Extras immer noch die Imbiss- und Getränkebuden: Über die Hälfte der Besucher steuert sie konsequent als Erstes an. Gute Aussichten also für die Nürnberger Feuerzangenbowle!


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aktualisiert am 28.11.2017

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