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Eine Firma gründen

Deutschland braucht mehr Startups – diese sind "wichtige Innovationstreiber"

Schulen und Hochschulen müssen jungen Leuten mehr Lust darauf machen, Existenzgründer zu werden, sagt Karl Schäuble, Vorsitzender des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Warum, lesen Sie hier.

"Nicht den Anschluss verlieren": Karl Schäuble, Vorsitzender des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft, wünscht sich hierzulande eine ausgeprägtere Gründerkultur. Foto: Verband

"Nicht den Anschluss verlieren": Karl Schäuble, Vorsitzender des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft, wünscht sich hierzulande eine ausgeprägtere Gründerkultur. Foto: Verband

Stuttgart. Start-ups bringen frischen Wind und sind wichtige Innovationsmotoren. Deshalb sollten Menschen ermutigt werden, selbst Unternehmen zu gründen. Das sagt Karl Schäuble, Vorsitzender des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft, im Interview mit AKTIV.

Sowohl die Hochschullandschaft als auch die Wirtschaftsstruktur in Baden-Württemberg sind hochgerühmt. Wo sehen Sie in der Kooperation Verbesserungspotenzial?

Die an den Hochschulen erlangten wissenschaftlichen Erkenntnisse müssen noch schneller in marktgängige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle überführt werden. Hierzu müssen wir die Transferkultur stärken und die Netzwerke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft noch tragfähiger machen.

Warum brauchen wir mehr Gründerkultur an den Hochschulen?

Junge Unternehmensgründer mit ihren frischen Ideen sind ganz wichtige Innovationstreiber. Deutschland liegt bei der Gründungsrate nach dem Global Entrepreneurship Monitor im internationalen Vergleich aber nur auf Platz 34 von 64 der im Ranking erfassten Volkswirtschaften. Um im Innovationswettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, müssen wir dringend jungen Menschen mehr Lust auf Unternehmertum machen. Dies muss bereits an Schulen und Hochschulen einsetzen. Die Hochschulen müssen verstärkt auch zu einem Gründungscampus werden.

Darf ein Gründer auch scheitern?

Zu einer neuen Gründerkultur gehört es auch, die Risikobereitschaft zu erhöhen. Die Risikobereitschaft von Menschen wird maßgeblich dadurch bestimmt, inwieweit auch ein mögliches Scheitern gesellschaftlich akzeptiert wird. Daher ist es besonders wichtig, dass etwaige Misserfolge gesellschaftlich nicht geächtet werden. Wir brauchen vielmehr eine Kultur der zweiten Chance.

Wird der Wettbewerb um die klugen Köpfe härter?

In Baden-Württemberg haben wir bereits seit einiger Zeit einen Fachkräftemangel. Dieser wird sich durch die Alterung der Gesellschaft noch verschärfen. Wenn die Betriebe nicht mehr genügend Fachkräfte finden, drohen mittelfristig immer mehr Tätigkeiten und Wertschöpfung aus Baden-Württemberg abzuwandern. Hier muss dringend gegengesteuert werden.

Das heißt?

Bei dieser Fachkräftesicherung sind berufliche und akademische Bildung mit ihren jeweils eigenen Stärken und Profilen absolut gleichwertig. Ich warne dringend davor, beide Formate gegeneinander auszuspielen oder gar von einem „Akademisierungswahn“ zu sprechen.


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