Schwarzes Gold sprudelt wie nie zuvor

Deutsche Verbraucher profitieren vom niedrigen Ölpreis

Ölförderung: Durch neue Methoden gewinnen die USA mehr schwarzes Gold. Foto: Getty

Hamburg/Frankfurt. Öl ist so billig wie schon lange nicht mehr: Nachdem der Preis schon im Lauf des Jahres 2014 nach unten ging, fiel er zum Jahreswechsel auf gerade noch knapp 42 Euro je Barrel (159 Liter) für die Nordsee-Sorte Brent.

„Damit sind die Prognosen widerlegt, wonach der Rohstoff Öl immer knapper und teurer werden muss“, sagt Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralöl-Wirtschaftsverbands.

Im Schnitt war es 2014 in Deutschland so billig wie vor 34 Jahren, rechnet der Verband vor. Grund dafür ist ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Russland, einer der drei größten Förderer, hat die Menge erhöht, um Geld in die Staatskassen zu spülen. Und die USA produzieren durch den Einsatz von Fracking, der Gewinnung von Rohöl aus Schiefer, ebenso deutlich mehr Öl als früher.

„Der Knackpunkt ist, dass Saudi-Arabien gleichzeitig die Fördermenge unverändert hoch hält“, sagt Carsten Fritsch, Analyst für Rohstoffe bei der Commerzbank in Frankfurt. „Zurzeit sind 1,5 Millionen Barrel täglich zu viel Öl auf dem Markt“, erklärt Fritsch, gemessen am weltweiten Tagesverbrauch von etwa 92 Millionen Barrel.

Dahinter vermutet er eine Strategie, um das Fracking in den USA einzudämmen: „Bei einem niedrigen Ölpreis wird diese Fördermethode unrentabel.“ Auch Leon Leschus vom Hamburgischen Weltwirtschafts-Institut sagt: „Erst bei einem Ölpreis von 70 bis 80 Dollar lohnt sich ein großer Teil der Förderung in den USA.“

In Deutschland wirke das billige Öl indessen wie ein Konjunkturprogramm, erklärt zum Beispiel Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank. Auch der Verbraucher profitiert: Anfang Januar kostete Benzin gerade mal noch 1,26 Euro und damit 12 Cent weniger als zur Jahresmitte.

Doch ob das dauerhaft so bleibt? Der Hamburger Marktbeobachter Leschus erwartet im Lauf des Jahres wieder einen Aufwärtstrend beim Ölpreis: „Die Nachfrage wird steigen, und das Angebot wird wegen rückläufiger Investitionen zurückgehen.“


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