3,6 Liter pro Passagier auf 100 Kilometer

Deutsche Luftfahrt auf Öko-Kurs

Berlin. Kampfpreise locken zum Städte-Hopping: Für 9,98 Euro von Köln nach Berlin! 27 Millionen Inlandsfluggäste zählten die Airports von Januar bis Juli, 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aber was heißt das für die Treibhausgas-Bilanz?

Eine Antwort gibt der neue Klimaschutzreport des Luftfahrtverbands BDL: An den deutschen CO2-Emissionen hatten die Inlandsflüge 2014 einen Anteil von 0,28 Prozent. 2013 waren es 0,23 Prozent.

Inklusive der internationalen Flüge gibt es nur eine globale Zahl: Da beträgt der Anteil am CO2-Ausstoß 2,48 Prozent. Insgesamt hat Deutschland dieses Jahr gut 220 Millionen Fluggäste. Dass sich die Klima-Folgen in Grenzen halten, daran haben auch deutsche Airlines Anteil.




„Sie sind 42 Prozent energieeffizienter als 1990“, sagt Uta Maria Pfeiffer, beim BDL verantwortlich fürs Thema Nachhaltigkeit. 3,63 Liter Kerosin verbrauchen die Flugzeuge im Schnitt pro Person auf 100 Kilometer – statt damals 6,3. Und die Branche will noch sauberer werden:

Neue Flugzeuge

Um 15 Prozent sinkt mit jeder Modell-Generation der Treibstoffbedarf. Deutsche Airlines investieren derzeit in 252 Jets zum Listenpreis von 43 Milliarden Euro. „Es könnten mehr sein“, so Pfeiffer, „wenn es die Luftverkehrsteuer nicht gäbe. Sie benachteiligt uns im internationalen Wettbewerb.“

Optimale Wege

Auch die Fluglotsen im Tower leisten ihren Beitrag zum Spritsparen. In nur fünf Jahren konnten sie die Abweichungen von der Ideallinie einer Route um fast ein Drittel reduzieren. Zudem werden Sinkflüge später eingeleitet.

 

Weltweite Abkommen

Der Anteil des Luftverkehrs am globalen Klimagas sinkt schon – ab 2020 soll der CO2-Ausstoß auch absolut nicht mehr steigen. Darauf einigte sich vor Jahren ein weltweites Bündnis von Airlines, Herstellern, Flughäfen und Flugsicherung. Ende September verhandeln 191 Staaten in Kanada über ein globales Klimaschutzabkommen für den Luftverkehr, bei dem Airlines Emissionsrechte kaufen können, um ihren wachstumsbedingten CO2-Ausstoß auszugleichen. „Wir wünschen uns ein Abkommen, bei dem möglichst viele Staaten mitmachen“, so die BDL-Expertin.

Forschung und Entwicklung

„In der Zukunft“, erklärt Pfeiffer, „könnten wir mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen sogar CO2-neutral fliegen.“ Die nächsten Schritte auf dem Weg dahin seien Hybridflieger und mithilfe von Biomasse oder erneuerbaren Energien produziertes Kerosin – und am Ende vielleicht sogar vollelektrische Antriebe, gespeist aus Ökostrom.

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