Neue Klimaschutz-Technik

Deshalb werden Brummis immer sauberer


Dank neuer Technik sinkt die Umweltbelastung

Berlin/Stuttgart. Deutschland muss beim Klimaschutz noch Gas geben. Das mahnen die Experten des „Sachverständigenrat für Umweltfragen“ an – in ihrem aktuellen Gutachten für die Bundesregierung. Eine der größten Herausforderungen sei der stark wachsende Gütertransport auf der Straße. Nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums wird er bis 2025 um rund 40 Prozent zunehmen.

Entwicklungen der Lkw-Hersteller helfen dabei, die Klimaziele dennoch zu erreichen. Andreas Renschler, im Vorstand von Daimler für Trucks verantwortlich, sagt: „Unterm Strich ist ein moderner Schwer-Lkw heute 30 Prozent sparsamer als noch in den 70er-Jahren.“ Und die Lkws werden noch sauberer.

So testet Siemens auf einer Versuchsstrecke in Brandenburg den Einsatz von Elektro-Oberleitungen, die man entlang der Autobahnen installieren könnte.

Doch der Verband der Automobilindustrie (VDA) bezweifelt, ob dieses Konzept alltagstauglich ist. Statt viele Milliarden Euro in eine ganz neue Infrastruktur zu stecken, setzen Verband und Hersteller auf den technischen Fortschritt.

Ihr Ziel: Im Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß um 20 Prozent niedriger liegen als 2005. Auf diesem Weg kämen die Hersteller gut voran, sagt Daimler-Vorstand Renschler.

Das reicht dem Branchenführer aber nicht: „Bis 2030 sind noch weitere 10 Prozent Kraftstoff-Einsparung drin“, so Renschler. Dabei dreht die Industrie an mehreren Stellschrauben.

● Höhere Effizienz beim Dieselmotor. Der neue Antrieb des Daimler-Brummis Actros erfüllt jetzt die Euro-VI-Norm und verbrauchte beim Langstreckentest 26 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Das sind 4,5 Prozent weniger als beim Vorgänger. Dabei sinken die Stickoxide um 80 Prozent, Partikel werden um 67 Prozent reduziert.

● Die Aerodynamik. 5 Prozent Diesel ließen sich mit sogenannten Endkantenklappen, einer Art Spoiler, einsparen. Dazu müssten die 16,5 Meter langen Sattelzüge um 40 Zentimeter verlängert werden. Doch bisher fehlen dafür die gesetzlichen Vorgaben.

● Die Hybrid-Technologie. Sie bringt nach Experten-Schätzungen 6,5 Prozent Kraftstoff-Einsparung. Alle großen Lkw-Hersteller bieten Modelle mit dieser Technik an. Ihre Vorteile zeigen sich vor allem auf kurzen Strecken in der Stadt.

● Der Lang-Lkw. Mit dem umstrittenen 25,25 Meter langen Lkw könnte laut VDA ein Drittel aller Fahrten eingespart werden und damit 30 Prozent des CO2-Ausstoßes.

Schon aus Kostengründen müsse die Branche den Kraftstoffverbrauch senken, so VDA-Präsident Matthias Wissmann. Wer als Hersteller am Markt bestehen wolle, müsse diese Anforderungen erfüllen.

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