Industrie-Sponsoren

Der Stoff, aus dem Rennträume sind


Nachwuchs-Ingenieure bauen Rennwagen – und Pirelli ist dabei

Höchst/Odenwald. Ein Rennen auf dem Hockenheimring oder in Silverstone, gegen Konkurrenten aus der ganzen Welt. Und das Größte: Der Rennwagen ist nicht irgendwo gekauft, sondern vom Team selbst gebaut. Ein Traum für viele.

Rasante Praxis statt trockener Theorie

Studenten der TU Darmstadt erfüllen sich ihn Jahr für Jahr. Sie haben einen Verein gegründet, das „Dart Racing Team“. Hier steht die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung auf dem Gebiet des Fahrzeugbaus im Vordergrund.

In der Saison 2009 sind rund 60 Studenten aus den Fachbereichen Ma­schinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsinge­nieurwesen und Design dabei.

Von diesem Freizeit-Engagement profitiert das eher theoretisch gehaltene Studium stark. Denn Ziel des Teams ist in jeder Saison die Entwicklung und Produktion eines Rennwagens und die da­mit verbundene Teilnahme an der „Formula Student“.

Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit: Das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Renn­auftritt und -ergebnis, Finanzplanung und Verkaufsargumenten gewinnt.

Bei der Konstruktion des Rennwagens gibt es oft Spannungen zwischen Kosten, Zeit und Qualität. Um ein erfolgreiches Projekt realisieren zu können, gliedert sich das Darmstädter Team daher in zwei große Bereiche.

Da gibt es zum einen die Abteilung Wirtschaft, die sich mit den Bereichen Finanzen und Marketing, Rechnungs­wesen und Controlling be­schäftigt. Zum anderen sind da die technischen Abteilungen, die im Wesentlichen für die Konstruktion des Rennwagens verantwortlich sind.

Die angehenden Ingenieure der TU Darmstadt haben rund elf  Monate Zeit, das Team aufzustellen, ein Fahrzeug zu entwickeln, zu bauen und zu testen.

Die Mitarbeiter von morgen

In Zusammenarbeit mit dem Reifen-Hersteller Pirelli (Deutschland-Sitz in Höchst/ Odenwald) werden speziell auf die Anforderungen im Wettbewerb „Formula Student“ Rennreifen entwickelt.

Diese Kooperation ist für beide Seiten von Vorteil, auch für das Unternehmen. „Die Nähe zu den Studenten hilft uns bei der Nachwuchssuche. Wir können uns früh ein Bild über die späte­ren Bewerber ma­chen“, sagt Josef Lottes, Pirelli-Geschäftsführer Personal und Organisation (siehe Interview unten).

Teamwork, Projektplanung, Zeitmanagement – all das ge­hört dazu, wenn ein solches Vorhaben umgesetzt werden soll. Bringen die jungen Leute außerdem viel Begeisterung für den Automobilbau mit, dann werden sie für ein Unternehmen wie Pirelli besonders interessant.

Übrigens: „delta 2009“ heißt der Bolide, der in dieser Saison an den Start geht. Noch ist sein Aussehen ein Geheimnis. ­ Ein graues Tuch umhüllt die Konturen des Fahrzeugs. Im Mai, so die jungen Entwickler, wird delta 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit Studenten zusammenarbeiten – was bringt das dem Unternehmen?

Pirelli Deutschland punktet im Konzern mit qualifizierten Mitarbeitern

Ein Reifenhersteller arbeitet mit Studenten zusammen. Welchen Nutzen zieht das Unternehmen daraus? Fragen an Josef Lottes, Ge­schäftsführer Personal und Organisation bei Pirelli.

AKTIV: Pirelli und Rennsport, das liegt nahe. Beim Projekt „Formula Student“ arbeiten Sie nicht mit Profis, sondern mit Studenten zusammen. Warum?

Lottes:Wir machen das in diesem Jahr zum vierten Mal mit dem „Dart Racing Team“. Immer wieder spüren wir, dass die jungen Leute mit einem riesigen Feuereifer bei der Sache sind. Technik, die begeistert – diesen Werbespruch kennen wir nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch aus der Zusammenarbeit mit dem Racing-Team der TU Darmstadt.

AKTIV: Welchen Vorteil ziehen Sie als Unternehmen aus der Zusammenarbeit?

Lottes:Nicht nur die Studierenden, auch wir profitieren. Durch die regelmäßigen Treffen lernen wir uns gegenseitig kennen. Die Studenten erfahren etwas über unser Un­ter­nehmen, und auch wir können uns früh ein gutes Bild von ihnen machen, wenn sie sich einmal bei uns bewerben. Dieses Projekt ist für die Hochschüler gelebte Erfahrung. Solche Er­lebnisse und Gespräche mit Praktikern hinterlassen die stärksten Eindrücke bei der Be­rufsorientierung.

AKTIV: Welchen Stellenwert hat Nachwuchswerbung – gerade jetzt in der Krise?

Lottes:Nachwuchsförderung darf keine einmalige Ak­tion sein, sondern muss als fes­ter Bestandteil der Zukunfts­sicherung verstanden werden. Daher ist es wichtig, dauerhaft Brücken zwischen Betrieb und Hochschulen, aber auch Schulen zu bauen. Gerade in Krisenzeiten ist es von besonderer Bedeutung, den Kontakt zu halten und diese Brücken zu stärken.

AKTIV: Welchen Zusammenhang gibt es da?

Lottes: Die Zusammenarbeit mit Hochschulen ist Teil der kontinuierlichen Anstrengungen für Bildung und Innovation, die für uns sehr wichtig sind. Denn um an diesem Standort wett­bewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir qualifizierte Mitarbeiter. Das ist das Pfund, mit dem wir auch innerhalb des Pirelli-Konzerns wu­chern können.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang