Tipp der Woche

Der letzte Wille


So können Sie Ihr Testament machen

Spaß macht es nicht, zugegeben – aber es muss sein: Wer mehr als das nackte Leben besitzt, sollte sich ab und zu überlegen, was nach dem Tod mit seinen irdischen Gütern geschehen soll. Denn ohne Testament gelten sehr schlichte Regeln.

Ein Beispiel: Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern steht dem überlebenden Partner die eine Hälfte des Vermögens zu. Die andere wird unter den Kindern aufgeteilt, jedes Kind be-kommt also ein Viertel. Schon diese banale Vorgabe unseres Erbrechts kann zu Problemen führen. Etwa, wenn „nur“ eine Wohnung zu vererben ist und  eines der Kinder seinen Anteil ausgezahlt haben möchte.

Man kann aber bestimmen, dass von der „gesetzlichen Erbfolge“ abgewichen werden soll – dass also zum Beispiel Kinder erst erben, wenn beide Eltern tot sind. Oder dass ein Verein etwas erben soll. „Für alle diese Fälle schreibt man ein Testament“, erklärt Jan Bittler, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge.

Das Papier muss komplett per Hand geschrieben und un-terzeichnet sein. Es sollte durch die Überschrift als „Testament“ oder „Letzter Wille“ erkennbar sein – und natürlich Ortsangabe und Datum enthalten.

Änderung möglich

Doch damit ist der letzte Wille nicht in Stein gemeißelt: Wer sein Hab und Gut später doch anders verteilen möchte, zerreißt einfach die alte Version und schreibt ein neues Testament. „Das ist besser, als mit Streichungen zu arbeiten“, rät Bittler, „denn sonst weiß man am Ende nicht, wer die Änderungen vorgenommen hat.“

Ob beim Formulieren ein Notar oder Fachanwalt helfen sollte, hängt nicht zuletzt von den Familien- und Vermögensverhältnissen ab: Sind die knifflig, ist fachlicher Rat hilfreich. Ein vom Notar beurkundetes „öffentliches Testament“ kann  den Erbschein ersetzen.

Das fertige Dokument kann man zum Beispiel einer ver-trauenswürdigen Person übergeben. Es jemandem anzuvertrauen, der durch das Testament schlechter gestellt wird, ist nicht ratsam: „Derjenige könnte es lesen und verschwinden lassen“, warnt Bittler.

Ein so sicherer wie neutraler Ort ist das örtliche Nachlassgericht (die Adresse können Sie im Rathaus erfragen). Die Aufbewahrung dort kostet zwar eine geringe Gebühr, stellt aber sicher, dass der letzte Wille nach dem Tod sofort verfügbar ist.

Wird nämlich ein  Testament erst Jahre nach der Beerdigung gefunden, ist es immer noch gültig. Und dann bringt es Probleme mit sich: Schließlich ist das Vermögen bereits nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt worden – und einige Empfänger haben das Geld womöglich schon ausgegeben.

Keine Angst vor der Steuer

Übrigens: In Deutschland gibt es natürlich auch fürs Er-ben eine spezielle Steuer. Vor der muss Otto Normalverbraucher aber keine Angst haben: Ehepartner, Kinder und Enkel sind durch hohe Freibeträge geschützt.

Weitere Hinweise zum Nachlass lesen Sie hier.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang