Neue Stromtrassen

„Der Grenzwert schützt vor Gesundheitsgefahren durch Magnetfelder“

Salzgitter. Gegen neue Stromtrassen für die Energiewende protestieren Anwohner – und argumentieren unter anderem mit Gesundheitsgefahren. Was ist da dran? AKTIV fragte Anja Lutz, Sprecherin des Bundesamts für Strahlenschutz in Salzgitter.

Machen Stromtrassen krank?
Für das von den gängigen Wechselstrom-Leitungen erzeugte Magnetfeld gilt ein Grenzwert von 100 Mikrotesla. Er schützt nach heutigem Stand der Wissenschaft vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren. Zum Vergleich: Im Abstand von 20 Metern von der Trassenmitte einer Hochspannungsleitung wurden magnetische Flussdichten von 1,5 Mikrotesla gemessen.

Ein Sechzigstel des Limits.
Richtig. Die durchschnittliche Belastung in deutschen Haushalten beträgt 0,1 Mikrotesla. Sie geht zum größten Teil auf die Stromleitungen im Haus und die eigenen elektrischen Geräte zurück. Trotzdem gilt: Neue Leitungen sollten so geplant und gebaut werden, dass die zusätzliche Magnetfeldbelastung möglichst gering bleibt.

Wie sieht es mit Gleichstromleitungen aus?
Hier gilt ein Grenzwert von 500 Mikrotesla. Auch er bietet nach heutigem Wissen ausreichend Schutz. Dass für Gleich- und Wechselstrom unterschiedliche Grenzwerte gelten, liegt daran, dass sich ihre Magnetfelder unterscheiden.

Bürgerinitiativen behaupten, schon viel geringere Werte könnten Leukämie bei Kindern verursachen.
Man hat bisher keinen biologischen Mechanismus gefunden, der erklären könnte, wie Magnetfelder Leukämie auslösen könnten. Auch Laborversuche bestätigten den Verdacht nicht. Es gibt Studien, wonach erkrankte Kinder häufiger in Wohnungen mit höheren magnetischen Wechselfeldern wohnen als gesunde Kinder. Aber das muss kein Wirkungszusammenhang sein; es gibt auch Studien, die diese Häufung nicht zeigen. Das Bundesamt für Strahlenschutz engagiert sich bei der Erforschung der Ursachen von Leukämie bei Kindern.


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