Spiel als Warnung

Der Fall Pokémon zeigt: Deutschland braucht mehr schnelles Internet

Monster-Jagd: Zig Millionen Menschen weltweit machen mit. Foto: dpa

Berlin. Den Blick aufs Smartphone geheftet: So laufen derzeit scharenweise die Jäger der kleinen bunten Monster durch die Straßen. Für sie ist „Pokémon Go“ ein riesengroßer Spaß. Doch der Hype zeigt auch, wie wichtig ein schnelles Internet mit hohen Übertragungsraten ist.

Pokémon-Alarm! Was da gerade im Mobilfunk spielerisch abgeht, steht im Großen auch dem Breitbandnetz jederzeit bevor: Ein technologischer Sprung revolutioniert das Verhalten der Anwender – und führt zu einer Vervielfachung von Daten.

International nur im Mittelfeld

Allein bis 2019 wird sich das globale Volumen auf 52.000 Gigabyte je Sekunde mehr als verdreifachen. Doch um dafür gerüstet zu sein, muss sich Deutschland gewaltig anstrengen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Im internationalen Vergleich befindet sich die Bundesrepublik nur im Mittelfeld, wenn es um die Geschwindigkeit der Breitbandanschlüsse geht. Nach der Studie im Auftrag des Telekommunikationsanbieters Vodafone basieren gerade mal 1,3 Prozent aller Anschlüsse auf Glasfasertechnik. In Schweden etwa sind es 46, selbst in Portugal 24 Prozent.




Doch hierzulande läuft die große Masse über Kupferkabel, die der Datenflut auf Dauer nicht gewachsen sind. „Die geringe Verbreitung von Glasfaseranschlüssen kann in absehbarer Zeit zu einem erheblichen Standortnachteil werden“, heißt es in der Analyse, erstellt von der Kölner Unternehmensberatung IW Consult.

Gegenwärtig verfügen bundesweit nur sechs von zehn Unternehmen über schnelles Internet, also 50 Megabit pro Sekunde, auf dem Land noch nicht mal jedes dritte. Das wird eng, wenn in der Industrie 4.0 jede Maschine eine Internetadresse bekommt und mit anderen Geräten kommunizieren soll.

Zwar will die Regierung innerhalb der nächsten zwei Jahre das bestehende Festnetz so aufrüsten, dass flächendeckend 50 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Doch das könne „nur ein Etappenziel“ sein, so die Studie: „Auf diesem Niveau eine Ruhepause einzulegen, käme im Standortwettbewerb einem Rückschritt gleich.“

Mehr zum Thema:

Kneipenbesitzer, die Gratis-WLAN anbieten, müssen für illegale Downloads ihrer Gäste nicht mehr haften, dank eines geänderten Gesetzes. Trotzdem wurde ein Anbieter vom Europäischen Gerichtshof verurteilt. Ja, was denn nun?

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang