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Den Überblick behalten


Zettel-Wirtschaft: Ohne solide Auswertung kann man daraus nicht schlau werden. Foto: Eifrig

Kosten-Kontrolle ist ganz einfach – per Haushaltsbuch

Altmodisch? Wie man’s nimmt! Immerhin jedes siebte Paar im Lande führt ein Haushaltsbuch, wie eine Studie des Sparkassen-Beratungsdienstes „Geld und Haushalt“ ergab. Bei schwäbischen Paaren ist das klassische Hilfsmitel zur Kosten-Kontrolle besonders oft zu finden.

„Das Haushaltsbuch liegt absolut im Trend“, meint Korina Dörr, Referentin bei dem Beratungsdienst, „viele wissen nämlich nicht so genau, wofür sie ihr Geld eigentlich ausgeben.“

Lohnende Überraschung

Ob auf Papier oder am PC: Ein Haushaltsbuch ist einfach zu führen. Zuerst listet man alle Einnahmen auf – dann zieht man alle festen Ausgaben ab wie Miete & Co. Für jährlich gezahlte Beiträge, etwa für Versicherungen, wird der monatliche Anteil berechnet.

Beim ersten Auflisten findet sich da oft eine kleine Überraschung – etwa eine Vereinsmitgliedschaft, die längst nicht mehr genutzt wird.

„Da kann man ohne Einschränkung der Lebensqualität sparen“, weiß die Expertin.

Was nach Abzug der Fixkosten bleibt, steht für alltägliche Ausgaben zur Verfügung. Hier sammelt man einfach alle Kassenbons und erfasst die Beträge später im Haushaltsbuch. Lästig, aber sinnvoll ist die Aufteilung nach Kostenblöcken: Lebensmittel – Bekleidung – Kosmetik – und so fort. Zusammenrechnen nicht vergessen! „Das dauert höchstens fünf Minuten pro Tag, wenn es erst einmal zur Routine geworden ist“, betont Expertin Dörr aus Erfahrung. Idealerweise rechnet man täglich ab, mindestens aber wöchentlich: „So erlebt man am Ende des Monats keine böse Überraschung.“

Achtung: „Ausgaben für ein Eis oder einen Döner, für die es meist keinen Beleg gibt, sollte man sich sofort aufschreiben – denn diese kleinen Spontan-Käufe summieren sich oft zu großen Beträgen.“

Über Nacht wird allerdings niemand aus den eigenen Aufzeichnungen schlau. „Mindestens drei oder vier Monate sollte man schon durchhalten, damit die Berechnungen aussagekräftig sind“, sagt Dörr.

Wichtig sei zudem, dass die ganze Familie mitzieht, damit auch wirklich alle Ausgaben erfasst werden. Dass das etwas bringt, steht für Dörr fest: „Mit einem Haushaltsbuch kann man gezielter planen, und man gibt sein Geld überlegter für Dinge aus, die einem wirklich wichtig sind.“

Entschärfte Konflikte

Unverhofft könne ein Haushaltsbuch sogar Beziehungen kitten: Etwa, wenn es oft Streit über seine teuren Hobbys oder ihre endlosen Shoppingtouren gibt. „Solche Konflikte kann man leichter entschärfen, wenn man schwarz auf weiß sieht, was wirklich wofür ausgegeben wird.“

Tipps für Haushaltsbücher

Ein Haushaltsbuch verschickt der Sparkassen-Beratungsdienst „Geld und Haushalt“ kostenlos: Online-Bestellung oder Anruf unter 01801-547490 genügen.

Der Ratgeber „Das Haushaltsbuch“ von der Verbraucherzentrale NRW gibt Ihnen einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben sowie viele Tipps zum Thema Geld sparen und verwalten. Er kostet 5,90 Euro und ist online bestellbar unter: www.vz-nrw.de

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Schlagwörter: Private Finanzen

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