Arbeitsmarkt

Den Sprung in die Festanstellung geschafft

Zeitarbeit boomt und gibt vielen eine Chance

Osterode. Dirk Oppermann (27) wirkt interessiert, neugierig, ist mit Begeisterung bei der Sache. Die Körpersprache signalisiert Zufriedenheit. „Ich würde wieder diesen Weg gehen“, sagt er. Die Antwort kommt spontan, Oppermann meint es ehrlich.

Für eine Zeitarbeitsfirma hat Dirk Oppermann als Maschinenbediener bei der KKT Frölich in Osterode begonnen – und einen guten Eindruck hinterlassen. Inzwischen ist er hier fest angestellt. Er hat den Sprung geschafft.

Zeitarbeit – die Kritiker sprechen lieber von Leiharbeit – boomt in Deutschland. Die Anbieter heißen zum Beispiel Manpower, Randstad oder Adecco und sind seit einigen Jahren die größten Arbeitsplatzbeschaffer der Republik. 1996 waren erst 149.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Die Zahl ist auf über eine halbe Million geklettert.

5 Prozent sind möglich

Der Einsatz von Zeitarbeitskräften hilft Unternehmen, Auftragsspitzen abzufedern oder Projekte abzuwickeln, soweit die eigenen Arbeitskapazitäten nicht ausreichen.

Dennoch nützen gerade einmal 3 Prozent der 3,2 Millionen Unternehmen in Deutschland dieses Instrument, vor allem Produktionsbetriebe, so die Bundesagentur für Arbeit – das ist wenig im Vergleich zum Ausland. „Wie in England oder Holland dürfte auch bei uns eine Zeitarbeitsquote von 5 Prozent möglich sein“, sagt Ulrich Kanz, Arbeitswissenschaftler beim Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK).

Dass die Arbeitsverhältnisse meist von kurzer Dauer sind, hängt mit den besonderen Rechten der Arbeitnehmer zusammen. Diese dürfen dem Verleiher sofort absagen, wenn sie von einer Kundenfirma abgeworben werden: Rund ein Drittel der aus der Zeitarbeit Ausgeschiedenen fand kurzfristig eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Beide Seiten sind zufrieden

Wie Dirk Oppermann. Nach der Berufsausbildung zunächst arbeitslos, dann das Sprungbrett Zeitarbeit. Erst im Sonderfahrzeugbau, dann im Kompostierwerk, anschließend der Einsatz als Maschinenbediener beim Kautschukunternehmen KKT Frölich.

Nach fünf Monaten als Zeitarbeiter kam das Angebot zu einer Festanstellung von der KKT Frölich. „Das ist ideal“, gesteht er. Waren es früher mehr als 70 Kilometer zu seinen Einsätzen als Zeitarbeiter im Raum Göttingen, braucht er „heute mit dem Auto keine zehn Minuten“ mehr.

Auch sein neuer Arbeitgeber ist zufrieden. Fertigungsleiter Andreas Banas zeigt auf eine Montage-Anlage mit Laserbeschriftung für Arretierungskörper: „Die wird Dirk Oppermann ab dem kommenden Jahr alleinverantwortlich bedienen.“


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