Konjunktur

Das neue Jahr wird besser


Wie ein Eisbrecher: Die Wirtschaft bahnt sich langsam ihren Weg, doch Widerstände bleiben. Foto: getty

Auf einen Blick: Was die Experten für 2010 erwarten

Nach dem Krisenjahr – wie steht es 2010 um unseren Wohlstand? Prognosen müssen nicht immer hinhauen, zudem ist die Lage von Betrieb zu Betrieb extrem unterschiedlich. Aber wer mitreden will, sollte wissen, welches Szenario die Experten für wahrscheinlich halten.

Hier kommt die durchschnittliche Vorhersage der 29 wichtigsten WirtschaftsForschungsinstitute und Geldhäuser in Deutschland.

Unser Geld bleibt stabil.

Die Lebenshaltung verteuert sich nach Einschätzung der Experten (zusammengetragen von der Londoner Firma Consensus Economics) minimal. Nämlich nur um 0,9 Prozent – nach 0,3 Prozent 2009. Die Kehrseite: Auch die Erzeugerpreise legen bloß um 0,2 Prozent zu. Die Betriebe haben keinen Spielraum, steigende Kosten an Kunden weiterzugeben.

Unser Staat buttert enorm zu.

In der Krise wird nicht gespart, hat die Regierung versprochen – und Bürger und Betriebe zum Jahreswechsel erneut kräftig entlastet. Die Experten rechnen erst ab 2011 mit einem Kurswechsel, aber nicht früher. Für das Jahr 2010 erwarten sie im Schnitt 132 Milliarden Euro zusätzliche Staatsschulden: 1.600 Euro je Einwohner.

Unsere Betriebe müssen kämpfen.

Die Industrie-Produktion steigt der Vorausschau zufolge um 5 Prozent. Der historische Einbruch 2009 wird dadurch nur zu einem Viertel ausgeglichen, wir liegen nur auf dem Niveau von 2005. Die Gesamtwirtschaft soll um 1,7 Prozent wachsen.

Unser Export-Modell funktioniert.

Die zuletzt öfters gehörte Behauptung, dass die Weltwirtschaftskrise den Absatz deutscher Produkte in der Welt nachhaltig gestört habe, erntet bei den Experten Kopfschütteln. Der Überschuss in der Leistungs­bilanz, Maßstab für die Stärke unseres Export-Modells, steigt laut Prognose kräftig an – um ein Siebtel auf 115 Milliarden Euro.

Unsere Job-Chancen sind wie 2007.

Trotz der Verlängerung der Kurzarbeit-Regelung kommt es in vielen Betrieben zu schmerzlichen Einschnitten. Die Experten erwarten, dass die Arbeitslosenquote von 8,2 auf 9,2 Prozent steigt. Das ist das Niveau von 2007. Immerhin: 2005 lag die Quote bei 11,7 Prozent.

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