M+E-Industrie

Das liebe Geld


Die sechs wichtigsten Fakten über das Einkommen in Deutschlands größter Industrie-Branche

Berlin. Geld macht nicht glücklich? US-Forscher haben dazu kürzlich fast eine halbe Million Leute gefragt. Heraus kam et-was ganz an­deres: Bis zu einem Brutto-Jahreseinkommen von 75.000 Dollar (das entspricht derzeit rund 54.000 Euro) hängt Glück offensichtlich sehr wohl auch vom Geld ab.

Was bietet Deutschlands größte Industrie-Branche, die Metall- und Elektro-Industrie, in harten Zahlen? „Die Bezahlung ist spitze“, sagt Gabriele Sons, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeber-Dachverbandes Gesamtmetall, im Interview unten. AKTIV hat die Fakten überprüft.

Die Löhne steigen stärker als die Preise

Das Neueste vorweg: Ab 1. April gibt es 2,7 Prozent mehr Tariflohn. Die meisten Mitarbeiter hatten das Plus schon früher auf dem Konto, die Hälfte schon im Februar. Etwa 3 Prozent müssen sich noch gedulden – weil gemäß dem Tarifabschluss vom vergangenen Jahr Betriebe, denen es noch nicht so gut geht, die Erhöhung bis Juni verschieben können.

Von besonderem Interesse ist, ob man sich mit dem Lohnplus auch mehr kaufen kann. Das ist voraussichtlich der Fall: Die meisten Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2011 eine Teuerung von rund 2 Prozent. In den letzten 20 Jahren sind die Löhne fast immer stärker gestiegen als die Preise. Der sogenannte Reallohn hat in dieser Zeit um fast 20 Prozent zugelegt (siehe große Grafik in der Bildgalerie).

Und viele schauen natürlich auch darauf, was andere verdienen. Im Branchenvergleich schneiden die M+E-Leute gut ab. Schon in den untersten Tarifgruppen: Ein ungelernter Erwachsener bekommt beispielsweise in Bayern mindestens 1.925 Euro brutto. Zwei andere Beispiele: In der papierverarbeitenden Industrie liegt die Untergrenze bei 1.355 Euro, im Einzelhandel bei 1.309 Euro.

Im Schnitt: 3.728 Euro brutto

Viele Firmen zahlen über den Tariflohn hinaus Erfolgsprämien. So erhalten jetzt beim Autohersteller Audi alle 42.500 Mitarbeiter in den deutschen Werken eine Prämie: im Schnitt 6.513 Euro.

Das Gesamteinkommen in der M+E-Branche, inklusive Sonderzahlungen, liegt effektiv bei durchschnittlich 3.728 Euro pro Monat, so die jüngste Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes. Zum Beispiel verdient ein typischer Facharbeiter mit schwieriger Tätigkeit, die eine abgeschlossene Ausbildung und zum Teil Berufserfahrung erfordert, 3.181 Euro.

Im Vergleich mit anderen Ländern hat Westdeutschland in der Industrie die vierthöchsten Arbeitskosten – nur übertroffen von Norwegen, Belgien und der Schweiz. Eine Stunde kostete nach der jüngsten Vergleichsstudie hierzulande inklusive Lohnzusatzkosten 36 Euro. In den USA sind es 23 Euro, in China sogar nur 2 Euro.

 

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