Standpunkt

Das Gefasel um die Quote


Zum Thema Frauen ist anscheinend jeder Unsinn erlaubt

Es geht mit unrechten Dingen zu, dass so viel weniger Frauen als Männer in den Vorständen und Aufsichtsräten unserer Unternehmen sitzen? Oder dass mehr Männer als Frauen im Knast sitzen? Die erste Behauptung ist so schlecht begründet und so falsch wie die zweite. Doch die erste wird vertreten und die zweite nicht – weil ein Leitungsposten als wünschenswert gilt, eine Haftstrafe nicht.

Zu den Lügen, mit denen die Frauenquoten-Propaganda aufwartet, gehört die Ankündigung: Bei strengerer weiblicher Note in Vorständen und Aufsichtsräten gibt es einen Produktivitätsschub. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) begründete ihre 30-Prozent-Idee nicht nur damit, „dass wir es uns nicht länger erlauben können, die Hälfte unserer Talente zu ignorieren“. Sie suggerierte, dass im Grunde nur Frauen zu „klugen und nachhaltigen Entscheidungen“ befähigt seien. Weil sie „nicht nur Bilanzen im Blick“ hätten, „sondern auch die Welt drum herum“. Quasi Rundblick statt Durchblick.

Hüten wir uns vor einer Retourkutsche! Davor, diese Faselei auf die Geschlechtszugehörigkeit der textausgebenden Person zurückzuführen! Stuss ist nun mal der Stoff, von dem das Quotengeschäft lebt. Und mit dessen Entzug es stirbt.

Wohingegen Quoten-Fans da weniger zimperlich sind: Gerade wegen ihrer Männlichkeit seien die wichtigen Figuren in den Hauptversammlungen der Konzerne, die für die Besetzung der Top-Jobs direkt oder indirekt zuständig sind, zu dämlich, um die bessere Hälfte unserer Talente zu erkennen. Laut „Spiegel“ sehen sie nämlich „ihre Macht und ihre Karrieren bedroht“.

Was auch ganz nebenbei erklären würde, wieso der langjährige Topmanager Hans-Olaf Henkel mittlerweile mit der Meute Laut gibt. Der Mann ist ja längst im Ruhestand.

Man „muss die Leute zu ihrem Glück zwingen“, spuckt die 32-jährige Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (CSU) große Töne. Dieses Früchtchen, das nichts gelernt hat als Politologie (MdB mit 24, an die drei Jahre vor Studienabschluss), will gestandenen Leuten mit Gesetzesmacht beibiegen, wie sie ihr redlich erworbenes Eigentum richtig verwalten. Auf solchem Niveau gedeiht die Berliner Politik! An ihren Früchtchen sollen wir sie erkennen!

P.S.: Dass Männer im Schnitt fünf Jahre früher das Zeitliche segnen als Frauen, das geht auch mit unrechten Dingen zu. Da muss auch rasch ein Gesetz her. Oder?

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