Bildung

Das Ende der Kreide-Zeit?


Erste elektronische Tafeln in den Schulen

München. Tafel, Kreide und Schwamm: Dieses Inventar durfte bislang in keinem Klassenzimmer fehlen. Bislang.

In immer mehr bayerischen Schulen hängen computergesteuerte Tafeln, sogenannte White­boards, an der Wand. Sie könnten das Ende der guten alten Kreide-Zeit einläuten.

Im fränkischen Ort Thalmässing ist bereits ein neues Zeitalter angebrochen. Die örtliche Volksschule wurde – in Bayern einzigartig –  komplett mit der neuen Technik ausgestattet. „Wir sind von den Möglichkeiten be­geis­tert“, schwärmt Leiter Ottmar Misoph.

Am Computer erzeugte Bilder werden auf einen sogenannten Touch-screen projiziert. Schüler wie Lehrer können auf ihm mit dem Finger Elemente auswählen und verschieben – oder auch nur schreiben. Tafelbilder lassen sich speichern und wieder aufrufen.

Der Satz des Pythagoras wird  vor dem Bild der Cheops-Pyramide erklärt. Kurze Filme lockern den Geschichtsunterricht auf. Und in Englisch ist es hervorragend, dass man ganze Satzteile an der Tafel einfach verschieben kann.

Technik kostet 3.000 Euro

Auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband ist von der neuen Technik überzeugt. „Sie ist unbestritten ein medientechnischer Fortschritt und kann den Unterricht bereichern“, sagt Präsident Klaus Wenzel. Seine Prognose: „Das Whiteboard wird Einzug in die Schule halten.“

Knackpunkt ist der Stückpreis. Er ist für den Vertreter der bayerischen Lehrer mit 3.000 Euro noch zu hoch. Zunächst müsse in eine günstigere Grundausstattung, etwa DVD-Rekorder, investiert werden. „So etwas ist in manchen Schulen leider noch nicht vorhanden“, sagt Wenzel.

Er sieht das Whiteboard als eine wichtige Ergänzung. Aber die gute alte Tafel gehöre nach wie vor ins Klassenzimmer: „Ich möchte nicht, dass sie in der Rumpelkammer verschwindet.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang