M+E-Industrie

Das bringt 2011


Für Arbeitnehmer gibt’s neue Chancen – allerdings brauchen wir für den Aufschwung auch viel Geduld

Für Alexander Lau und Jan Koch ist die Krise vorbei. Sie arbeiten bei Tente in Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen), bauen Rollen für Klinikbetten. 2009 verloren sie dort ihre Jobs, der Umsatz war um 30 Prozent eingebrochen. 2010 konnten sie wieder einsteigen. Im neuen Jahr baut Tente weitere Stellen auf.

Rückblick: Tente-Geschäftsführer Paul Mutz war in der Krise nichts anderes übrig geblieben, als etwa 100 der ursprünglich 475 Arbeitsplätze abzubauen. Inzwischen beschäftigt er wieder 26 Leute mehr als zum Tiefpunkt und sagt: „Ich gehe von weiterem Wachstum aus.“

Das neue Jahr bringt nicht nur bei diesem Unternehmen neue Beschäftigung: Laut Umfrage der Zeitarbeitsfirma Manpower wollen hierzulande immerhin 13 Prozent aller Unternehmen im ersten Vierteljahr mehr Mitarbeiter einstellen, 6 Prozent rechnen mit weniger Stellen.

Fachkräfte zu finden, ist wieder ein Problem

Auch bei den Ausbildungsplätzen geht es bergauf. Jedes fünfte Unternehmen schafft mehr Lehrstellen, ergab eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Etwa Teckentrup im sauerländischen Herscheid (Umform-, Stanz- und Prägeteile): Dort will Geschäftsführer Thomas Volborth statt 13 junger Leute 18 ausbilden. „Fachkräfte zu bekommen, ist wieder ein großes Problem“, sagt er. „Wir können nur mit eigener Ausbildung kontern.“

Vielen Beschäftigten bringt 2011 mehr Sicherheit. Zum Beispiel den rund 3.000, die beim Medizintechnik-Hersteller Aesculap in Tuttlingen (Baden-Württemberg) arbeiten. Dort gilt jetzt ein Zukunftssicherungsvertrag.

Darin steht: Bis 2015 sind Kündigungen ausgeschlossen, und Aesculap investiert bis zu 100 Millionen Euro. Dafür arbeitet jeder pro Jahr 120 Stunden mehr. Firmenchef Professor Hanns-Peter Knaebel betont, die Investitionen würden „erst möglich durch das Engagement und die Kreativität unserer Mitarbeiter“.

Nach der Insolvenz Land gewinnen

Es wird auch das Jahr der Neuanfänge. Beispielsweise für die 49 Mitarbeiter von Hassia Redatron in Butzbach (Hessen): Der Verpackungsmaschinen-Hersteller wurde in der Krise insolvent. Jetzt hat ihn eine deutsch-amerikanische Investorengruppe übernommen. Sie will die Jobs erhalten, den Standort ausbauen.

Die Gießerei Franken Guss aus Kitzingen (Bayern) hat den Neuanfang nach der Insolvenz schon eineinhalb Jahre hinter sich. Josef Ramthun, geschäftsführender Gesellschafter: „Wir erleben ein Wachstum, das niemand für möglich gehalten hat.“

Das Jahr steht deshalb bei Franken Guss im Zeichen von Investitionen. Der Umsatz könnte um ein Viertel wachsen – aber nur, wenn der AutoZulieferer die Kapazitäten erweitert. „Wir führen Gespräche über die Finanzierung“, so der Firmenchef. Läuft alles gut, könnten weitere Arbeitsplätze entstehen.

Gute Aussichten – allerdings sagen Wirtschaftsforschungsinstitute ein deutlich langsameres Wachstum voraus. 2010 ist die Wirtschaft voraussichtlich um 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gewachsen, aber fürs neue Jahr rechnen die Experten nur noch mit etwa 2 Prozent.

Der Wirtschaftsweise Professor Wolfgang Franz warnt vor zu großer Euphorie. 2011 würden „die Bäume konjunkturell gesehen nicht in den Himmel wachsen“.

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