Ebay bekommt Rivalen

Chinas Online-Händler Alibaba greift im Internet an

Köln. Der chinesische Online-Handelskonzern Alibaba hat sich umgerechnet 20 Milliarden Euro Kapital beschafft – beim größten Börsengang der Geschichte in New York. Mit dem Geld will er die Branche von Ebay und Co. aufmischen, erklärt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung.

Alibaba hat 280 Millionen Kunden und 80 Prozent des Internet-Geschäfts in China. Was will die Firma nun?
Alibaba will ein weltweiter Online-Handelskonzern werden. Dafür braucht man Milliarden.

Wann kommen die Chinesen bei uns auf den Markt?
Erste Versuchsballons startet Alibaba schon. Auf der Webseite de.aliexpress.com bietet der Konzern hierzulande Waren aus Hongkong an. Von Laptops über Kameras bis zur Damenmode gibt’s da alles. Aber das Liefern braucht Zeit, ab 22 Euro Warenwert ist Zoll fällig.

Alibaba hat doch bestimmt mehr vor.
Groß einsteigen wird der Konzern zunächst im Riesenmarkt USA. Auf die Dauer wird dann auch in Europa und Deutschland neu gewürfelt. In fünf Jahren dürfte Alibaba im Wettbewerb mit Ebay, Amazon und Co. auf Augenhöhe mitspielen.

Wie gehen die das an?
Alibaba wird versuchen, sich mit günstigen Angeboten im Online-Handel zu etablieren, zum Beispiel mit preiswerten Produkten aus China. Vor allem Ebay bekommt da einen ernsthaften Rivalen. Die Käufer im Netz dürften von dem verstärkten Wettbewerb profitieren.

Es gehen viele Internet-Firmen an die Börse. Herrscht Goldgräber-Stimmung?
Da bin ich skeptisch. Nicht jeder wird es schaffen, erfolgreich zu sein. Einen Hype wie vor einigen Jahren am Neuen Markt sehe ich wegen der jüngsten Börsengänge jedenfalls nicht.


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