Konjunktur-Bericht

Chemiebranche in Rheinland-Pfalz erlebt nach starkem Jahresauftakt eine deutliche Talfahrt

Schwieriges Umfeld: Die Pharma-Industrie im Land verzeichnet sinkende Umsätze. Foto: Boehringer Ingelheim

Ludwigshafen. Die aktuellen Wirtschaftsdaten der Chemiebranche im Land liegen auf dem Tisch. Die gute Nachricht: Sie hat seit Januar rund 21,9 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotzdem ist man von Euphorie entfernt: „Das Plus haben wir einem starken Jahresauftakt zu verdanken“, betont Bernd Vogler, Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz. „Seitdem erleben wir eine deutliche Talfahrt.“

Trotz Plus stagniert die Produktion

So verbuchten die Chemiebetriebe im dritten Quartal gut 9 Prozent weniger Umsatz als im ersten Quartal.

Die Stimmung ist durchwachsen: Während der Umsatz noch positiv ausfällt, stagniert die Produktion. Die Aufträge sanken um 3,1 Prozent. Entwicklungen wie die Krise in der Ostukraine verunsichern die Unternehmen zusätzlich.

Laut einer Verbandsumfrage erwartet die Mehrzahl der Betriebe 2015 zwar keine Verschlechterung der Zahlen, verlässliche Hinweise auf eine Verbesserung gebe es aber nicht. Acht von zehn Unternehmen planen Kosteneinsparungen.

Im Gegensatz zur Chemie verzeichnete der Pharma-Zweig im zweiten Jahr in Folge sinkende Umsätze (minus 4,1 Prozent). Preisanpassungen bei Produkten, hohe Ansprüche an die Forschung und engere Zulassungsvorgaben verändern das Marktumfeld, so die Experten.

Ein Lichtblick: Die Zahl der Mitarbeiter stieg in der Chemie bis September um 1,4 Prozent, im Bereich Pharma um 6,3 Prozent. „Das beweist Optimismus“, so Vogler. Die Firmen bereiten sich auch auf den demografischen Wandel vor.


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