Leitartikel von AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe

Chancen nutzen – für die Jobs von morgen

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Zum Glück gibt’s in Deutschland viel Arbeit. 59 Milliarden Stunden sind es dieses Jahr, so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Möglich ist das, weil wir in einer offenen Welt leben. 40 Prozent von dem, was wir mit unserer Arbeit produzieren, verkaufen wir im Ausland.

Die Story dahinter ist immer wieder eine andere. Lange hieß das Zauberwort „EU-Binnenmarkt“ – und zuletzt „Brics“: In Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika brachten die Kauflust der Mittelschicht und der Investitionsschub der Firmen auch uns Arbeit. Doch diese Dynamik ebbt ab. Die Wirtschaft in China wächst langsamer, in Brasilien und Russland schrumpft sie. Da ist es wichtig, dass wir auch künftig neue Chancen nutzen, die uns die offene Welt bietet.

So rückt demnächst der Wirtschaftsraum Nordeuropa näher an uns heran: Es wurde jetzt der Bau eines 7 Milliarden Euro teuren, sechsspurigen Tunnels durch die Ostsee nach Fehmarn beschlossen. Dänemark bezahlt ihn uns sogar.

Auch die USA wollen sich stärker öffnen. Die Gespräche über ein Freihandelsabkommen sind in der heißen Phase. Bisher kaufen die Amis bei uns pro Kopf nur ein Viertel so viel wie die Polen und ein Fünftel so viel wie die Franzosen.

Perspektiven bietet zudem die Digitalisierung. Deutschland kann sich einmal mehr als Ingenieurbüro für die Welt profilieren. Bloß: Wir müssen solche Entwicklungen wirklich als Chance sehen!

Also das Thema Internet nicht auf die Datenkrake Google verengen. Den Freihandel mit Amerika nicht auf das Chlorhühnchen. Und den neuen Handelsweg in das kaufkräftige Skandinavien nicht auf die Population der Haselmaus bei Scharbeutz in Schleswig-Holstein.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang