Immobilien

Bude geerbt – was nun?


Schöner Anblick: Viele pflegen ihr Eigenheim mit viel Liebe. Foto: fotolia

Hamm. Wenn die (Groß-)Eltern abtreten, hat das Finanzamt meistens gar nichts davon: Vermögen bis 400.000 Euro darf man als Kind steuerfrei erben – und zwar pro Elternteil! Und was ist mit dem oft mühsam zusammengesparten Eigenheim?

„Ehegatten und Kinder erben zusätzlich ein Haus ganz unabhängig vom Wert steuerfrei, wenn die Immobilie dann mindestens zehn Jahre der Hauptwohnsitz des Empfängers bleibt“, erklärt Hubertus Rohlfing, Fachanwalt für Erbrecht in der Kanzlei Kahlert Padberg in Hamm.
Je nach Gesamtwert des Erbes muss man also im Tausch für Steuerfreiheit in Omas Häuschen umziehen.

„Bei Ferienwohnungen und Mehrfamilienhäusern gilt diese Sonderregelung nicht“, so Rohlfing. Der Wert wird hier einfach zum restlichen Vermögen des Verstorbenen hinzugerechnet (bei vermieteten Immobilien werden dabei nur 90 Prozent angesetzt). Und wenn entferntere Verwandte oder Freunde eine Immobilie erben, wird in der Regel Erbschaftsteuer fällig: „Hier gibt es keine Sonderregelungen“, sagt der Anwalt, „und die Freibeträge sind wesentlich geringer.“

Der Eigentümerwechsel ändert nichts an bestehenden Mietverträgen

Erbt man eine vermietete Immobilie, ändert der Eigentümerwechsel überhaupt nichts am bestehenden Mietvertrag! „Grundsätzlich tritt der Erbe in alle bestehenden Verträge des Verstorbenen ein“, betont der Experte.

Wer also wegen Eigenbedarfs kündigen will, muss sich ans normale Verfahren halten. „Wenn die Immobilie noch mit einem Kredit belastet ist, wird der Erbe zum neuen Vertragspartner der Bank“, erläutert Rohlfing weiter. Normalerweise hat man also kein Sonderkündigungsrecht wegen des Todesfalls. Wer dann die Kreditraten nicht bezahlen kann (oder will), muss oft die Immobilie verkaufen, um das Darlehen vorzeitig abzulösen. Und in aller Regel wird dafür dann eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank fällig.

„Ist die Immobilie überschuldet und gibt es auch sonst keine Wertgegenstände, sollte man die Erbschaft ausschlagen“, empfiehlt der Jurist, „denn der Erbe haftet mit seinem eigenen Vermögen für alle Verbindlichkeiten des Verstorbenen.“

Oft stellt sich aber vor allem die Frage: Jetzt verkaufen – oder später? Dazu sollte man wissen: Es gibt Gegenden im Lande, wo Omas Häuschen weniger wert ist als früher und laufend weiter an Wert verliert, weil die Bevölkerung  dort schrumpft.

Erste gute Hinweise dazu bietet gratis die Bertelsmann-Stiftung an: auf ihrer Webseite wegweiser-kommune.de – Stichwort: „Bevölkerungsprognose“.

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Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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aktualisiert am 27.09.2017

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