Neue Technik für Elektrobusse und Trambahnen

Bombardier macht Haltestellen zu Ladestationen

Ladestelle: Solange Fahrgäste einsteigen, nimmt die Batterie des Busses Strom auf. Foto: Werk

Mannheim/Braunschweig. Wer eine technische Revolution miterleben möchte, muss nur in den Bus steigen. Genauer gesagt: in die Linie M 19 in Braunschweig. Denn auf der zwölf Kilometer langen Ringlinie setzt die Braunschweiger Verkehrs-AG erstmals in Deutschland Elektrobusse im Linienbetrieb ein, die unterwegs per Induktion geladen werden.

Um Elektrofahrzeuge ohne Kabel mit Energie versorgen zu können, braucht es zwei Spulen, zwischen denen ein elektromagnetisches Feld aufgebaut wird. Dieses überträgt dann die Energie. Eine der Spulen wird im Boden verlegt, die andere am Bus angebracht. In Braunschweig gibt es drei Haltestellen, an denen die Batterien der Busse immer wieder kurz aufgeladen werden, damit sie den ganzen Tag im Einsatz sein können.

Straßenbahnen ohne Oberleitung

„In fünf bis sechs Minuten ist ein Bus vollgeladen“, sagt Frank Brand, Prokurist der Verkehrs-AG und Projektleiter für die Induktions-Busse. Etwas länger dauert es bei Gelenkbussen, die seit kurzem in Braunschweig erstmals im Einsatz sind.

Das neuartige Ladesystem hat der Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation mit Hauptsitz in Berlin entwickelt. Diese neue Technik mit der Bezeichnung Primove lässt sich freilich nicht nur in Bussen einsetzen. Im Herbst hat Bombardier die ersten Straßenbahnen ausgeliefert, die nun im chinesischen Nanjing ohne Oberleitungen fahren.

Auch Elektroautos lassen sich per Induktion betreiben. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, die in Mannheim seit November das Ladesystem in Bussen testet, hat gleichzeitig einen Primove-Kleinbus als Servicefahrzeug in Betrieb genommen.

Ob das bislang gut funktionierende System ausgeweitet wird, hänge von den Ergebnissen des Pilotprojekts ab, das 2016 endet, so Brandt. Und vom künftigen Preis.


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