Entwicklung

Blutgerinnung unter Kontrolle


Lebenswichtig: Wie schnell oder langsam Blut gerinnt, lässt sich beeinflussen. Foto: fotolia

Fresenius prämiert drei Erfindungen aus der Medizin

Bad Homburg. Die Blutgerinnung ist ein komplizierter Mechanismus. Bei Operationen muss man ihn streng kontrollieren. Das geht jetzt viel schneller – dank einer neuen Methode. Dafür gab es den Erfinderpreis von Gesundheitskonzern Fresenius in Bad Homburg.

Die Blutgerinnung sorgt dafür, dass sich Wunden verschließen. Verletzte Gefäße verengen und Blutplättchen verketten sich. Um diesen Prozess zu steuern – etwa bei einer Herz-OP oder Thrombose – setzt man bestimmte Substanzen (Heparine) ein.

Der Heparin-Wert im Blut muss ganz genau überwacht werden. Ein neues Verfahren liefert in nur wenigen Minuten exakte Ergebnisse. Entwickelt hat es Professor Werner Mäntele vom Institut für Biophysik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt.

Und so funktioniert es: Eine Blutprobe wird zentrifugiert. Dabei trennen sich feste Zellbestandteile und flüssiges Blutplasma. Dem Plasma setzt man ein Protein zu, das sich mit dem Heparin verbindet. Diese Partikel sind unterschiedlich ausgeformt – abhängig von der Heparin-Konzentration.

Bestrahlt man die Probe mit Licht, lässt sich über die Licht-Streuung die Heparin-Konzentration bestimmen.

Herzstrom messen durch die Kleidung

Zusätzlicher Pluspunkt: Auch während einer Operation kann man den Wert erkennen und korrigieren.

Ein weiterer Erfinder-Preis wurde für ein innovatives EKG-System verliehen. Es kann die Herzströme auch durch die Kleidung des Patienten messen.

Prämiert wurden auch neuartige Stents. Diese Stützen sorgen dafür, dass sich Hohlräume im Körper nicht verschließen – wie bei Nasen-Operationen. Bislang sind sie meist aus Silikon und müssen später entfernt werden. Die neuen Stents aus einer Magnesium-Legierung kann der Körper selbst abbauen.

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