Potz Blitz!

„Blids“: Dieser Informationsdienst von Siemens warnt vor Gewittern

München. Mehr als eine halbe Million Blitze schlagen jedes Jahr in Deutschland ein – die Schäden summierten sich letztes Jahr, nach Angaben der Versicherer, auf 280 Millionen Euro. Einen guten Schutz vor der Naturgewalt bietet der „Blitz Informationsdienst von Siemens“ (Blids) des Münchner Elektronik-Konzerns.

„Vorhersagen lassen sich Blitze zwar nicht“, erklärt Stephan Thern, der Leiter des Dienstes. Doch die Technik kann Gewitterfronten genau verfolgen und Einschläge auf 200 Meter genau orten. Fast 150 Messstationen sind dafür über ganz Europa verteilt.

„Schlägt ein Blitz etwa in der Nähe einer Fabrik ein, geben wir umgehend eine Warnung heraus“, so Thern. „So kann man die Anlage rechtzeitig herunterfahren.“ Auch Wetterdienste, Energieversorger und Versicherer greifen auf den kostenpflichtigen Gewitteralarm zurück, ebenso Veranstalter von Freiluft-Konzerten, Ballonfahrer und Golfklubs.

Beispiel „Pinkpop“: Bei dem Musik-Festival bei Aachen (Nordrhein-Westfalen) wurden Pfingsten 2014 nach der Warnung von Blids 30.000 Fans in Sicherheit gebracht, als eine mächtige Gewitterwand auf das Gelände zurollte.

„Blitze sind nicht nur eine stete Bedrohung für Mensch und Tier“, so Thern. Überspannungsschäden können die Stromversorgung ganzer Regionen lahmlegen und elektrische Geräte ruinieren, vom Fernseher bis zur Waschmaschine. Was viele nicht wissen: Zu Kurzschlüssen kommt es noch bis zu zweieinhalb Kilometer vom Einschlagsort entfernt.

Jede Entladung sendet ein elektromagnetisches Signal, das sich wellenförmig ausbreitet. Dieses Signal wird zu unterschiedlichen Zeiten von den Messstationen erfasst. So geht dem Warndienst kein Einschlag durch die Lappen.

Antennen erkennen zudem, aus welcher Richtung die Wellen kommen. Thern: „Aus dem Abgleich der Messpunkte ermitteln wir genau, wo gerade ein Blitz einschlägt.“

Betreiber von Überlandleitungen greifen oft auf die Meldungen zurück. „Bestätigen wir den Blitz, ist klar, dass kein umgestürzter Baum Ursache der Störung ist“, so Thern. „Die Leitung kann dann schnell wieder ans Netz.“

Und noch jemandem hilft der Dienst: Versicherer entlarven mithilfe der Daten Betrüger: wenn jemand für einen Ort, an dem es gar kein Gewitter gab, einen Schaden meldet.


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