Wettbewerb

Blick in Deine Zukunft


So werben hessische Jugendliche für die Europawahl am 7. Juni

Eschwege.Sie wollen Aufmerksamkeit erregen. Wachrütteln. Ja, sogar schockieren wenn es sein muss – junge Leute, die am 7. Juni zum ersten Mal zur Europawahl gehen. Ihr Ziel: Handeln, andere motivieren – und einen Plakatwettbewerb gewinnen.

3,5 Millionen junge Europäer treten erstmals an die Urne. Mit originellen Plakaten will die Bundesregierung für den Wahlgang werben – und veranstaltet einen großen Wettbewerb. Mit dabei: Vanessa Möller, Kevin Wester und Sandra Thiel, Schüler der Beruflichen Schulen Eschwege.

„Blick in Deine Zukunft“, steht auf ihrem Entwurf. Zu sehen ist ein riesiges Auge, in dessen Pupille man den Umriss Europas erkennt. „Europa, davon sind wir doch alle betroffen“, sagt Kevin. „Genau, schließ­lich haben wir täglich den Euro in der Hand“, ergänzt Mitschülerin Vanessa. Die Eu­ropawahl finden sie wichtig. Sandra, die Dritte im Team, bringt es auf den Punkt: „Wir wollen doch mitbestimmen. Wenn aber keiner hingeht oder seine Meinung sagt, was soll denn dann werden?“

Ihren Lehrer Thomas Sippel begeistert die Kreativität, mit der die Jugendlichen Aufmerksamkeit erregen. Wie das doppeldeutige Motto eines anderen Plakates: „Angst vor dem ersten Mal“ – mit passendem Foto, versteht sich …

Ungewöhnliche Ideen haben auch Shenja Frohnapfel, Jan Wilker, Narinee Wolf und Phi­lipp Renzler von der Eugen-Kaiser-Berufsschule in Hanau. „Lasst euch nicht den Mund verbieten!“, fordern sie lautstark. Auf ihrem Plakat sind sie mit zugeklebtem Mund zu sehen. Streng aufgereiht stehen sie da, alles versinkt in düsteren Farben.

Du willst mitreden? Dann geh wählen!

„Wie im Knast, echt bedrückend“, empfindet Philipp das eigene Werk. So geknebelt will er niemals enden: „Ich möchte mitreden und mitbestimmen. Da muss ich mich eben informieren und wählen gehen!“ Später möchte er Werkzeugmechaniker werden. Die Idee, für seine Firma vielleicht mal ins benachbarte Ausland zu gehen, findet er spannend: „Das würde ich sofort machen, auch schon während der Ausbildung.“

Die angehenden Medien­gestalter der August-Bebel-Schule in Hanau haben in Praktika schon erste Europa-Erfahrungen gesammelt: „Deine Stimme zählt“, heißt der Slogan von Melanie Schuh­macher, Jennifer Salm, Jessica Friedrich und Mi­chele Opa­terny. Auf ihrem provokativen Plakat brüllt den Betrach­ter aus einem Ra­dio ein weit auf­gerissener Mund an.

Für die jungen Frauen ist Europa längst Alltag: „Das Essen, die Mu­sik, die unterschiedliche Herkunft der Menschen, die hier leben. Deutschland ist doch längst ein multikulturelles Land“, findet Jennifer. Und Melanie hat in ihrer Aus­bildungsfirma bereits erste Kontakte zu Kunden: „Die kommen ja schließlich aus ganz Europa.“

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