Die Sache mit dem Küchenabfall

Biotonne: Darum hapert es mit der Entsorgung

Rein damit: Manche Bürger haben die Tonne vor der Tür stehen, manche nicht. Foto: dpa

Berlin. Apfelschalen, verwelkte Blumen, Nudelreste – seit Anfang des Jahres sind Bürger dazu verpflichtet, Bio-Abfälle getrennt zu sammeln. Das schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Doch bei der Umsetzung hapert es.

„Von den rund 400 Stadt- und Landkreisen bieten bis jetzt etwa 340 eine Biotonne an“, sagt Ronald Philipp. „Das heißt aber lange nicht, dass diese auch flächendeckend vorhanden ist“, so der Sprecher vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft in Berlin.

Viele Kommunen, so Philipp, glaubten wohl, das neue Gesetz ignorieren zu können. Einige Städte und Gemeinden fänden Schlupflöcher: Sie verweisen etwa darauf, dass es Sammelstellen wie Wertstoffhöfe gibt oder dass viele Bewohner – vor allem in ländlichen Gebieten – ihre Bioabfälle selbst im Garten kompostieren.

„Die Biotonne ist aber der effizienteste Weg, so viel Küchenabfall wie möglich zu verwerten“, stellt er fest. Was dort landet, kann als Dünger genutzt werden oder als Energielieferant für Biogasanlagen. Es gebe auch gute Vorbilder: „Hamburg ist ein positives Beispiel dafür, dass es auch in dicht besiedelten Regionen möglich ist, die getrennte Erfassung von Biomüll zu verbessern.“ Die Stadt will in diesem Jahr 36 Kilo pro Einwohner und Jahr an Biomüll sammeln – 20 Kilo mehr als vor fünf Jahren.

Bundesweit werden jährlich insgesamt rund neun Millionen Tonnen organischer Abfälle gesammelt. Nach Prognosen des Entsorgungsverbands könnten es noch bis zu fünf Millionen Tonnen mehr sein.


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