Pille statt Spritze

Biopolymere von Evonik lassen Medikamente besser wirken

Pharma-Produktion: Die Herstellung von Medikamenten wird immer raffinierter. Foto: Evonik

Essen. Viele Menschen, die an Krankheiten wie Diabetes, multipler Sklerose oder Krebs leiden, sind auf die Injektion von Medikamenten angewiesen. Biopolymere des Essener Chemie-Unternehmens Evonik sorgen dafür, dass die Medikamente ihre Wirkung im Körper gezielt entfalten. Vielleicht ersparen sie den Patienten die Belastung durch eine Spritze auch bald ganz.

Die Medikamente werden in bioabbaubare Polymilchsäuren (Polylactide) verpackt: „Das ermöglicht schonende und wirksame Behandlungsoptionen“, sagt Jean-Luc Herbeaux, Leiter der Sparte Health Care bei Evonik. Besonders gut eignen sich die „Helfer“ für Wirkstoffe, die über einen längeren Zeitraum hinweg abgegeben werden sollen: Nach der Injektion baut der Körper die „Verpackung“ nach und nach ab, der Wirkstoff wird dabei über einen genau definierten Zeitraum freigesetzt.

Wirkstoffe sicher ans Ziel bringen

Zudem arbeiten die Wissenschaftler daran, dass man dank der Biopolymere Medikamente künftig gar nicht mehr spritzen muss. „Wir möchten sie auch über den Verdauungstrakt oder die Atemwege in den Blutkreislauf bringen“, berichtet Herbeaux.

Bisher wären viele Wirkstoffe unwirksam, wenn sie als Tablette eingenommen würden: Sie würden im Magen-Darm-Trakt verdaut oder schafften es nicht, die Darmschleimhaut zu durchdringen. Das Biopolymer könnte jedoch den Wirkstoff vor dem vorzeitigen Abbau im Körper schützen – und ihm gleichzeitig als Transporthilfe für die Resorption durch die Darmwand dienen.

Das Material eignet sich zudem als Medizinprodukt, da der Körper es – je nach Bedarf – innerhalb von Monaten oder Jahren abbauen kann. Möglich sind bereits heute Schrauben oder Platten zur Stabilisierung eines gebrochenen Knochens oder sogar resorbierbare Gefäßstützen (Stents).


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