Tempo machen zahlt sich aus

Bildungsprämie: Jetzt schnell noch bis zu 500 Euro bei Weiterbildung sparen

Foto: fotolia

Berufliche Weiterbildung ist wichtig, kostet aber viel Geld. Clevere holen sich einen Prämiengutschein – und sparen bis zu 500 Euro. Damit sollte man sich aber beeilen, denn die Gutscheine gibt’s momentan nur noch bis zum 30.11.2013.

Beratung ist Pflicht

Den Gutschein bekommt man so: Man geht zu einer der fast 600 zuständigen Beratungsstellen. Dort prüfen speziell geschulte Berater, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und welche berufsbezogenen Weiterbildungsmaßnahmen individuell sinnvoll sind. Keine Angst, das klingt schlimmer, als es ist. Nach einer Umfrage des Bundesbildungsministeriums fanden fast 90 Prozent der Befragten die Beratung sehr gut bis gut.

Der Staat zahlt 50 Prozent

Ist alles o.k., erhält man vom Berater einen Prämiengutschein, der ein halbes Jahr lang gültig ist. Dieser Gutschein ist bares Geld wert. Damit übernimmt nämlich der Staat die Hälfte der Kursgebühren, maximal 500 Euro. Kein Wunder, dass die wertvollen Papiere gefragt sind. Insgesamt wurden nach Angaben des Bundesbildungsministeriums seit der Einführung 2008 rund 215.000 Stück ausgegeben, davon 41.575 alleine im Jahr 2012.

Die andere Hälfte der Kusrsgebühren muss man selbst oder eine andere Privatpersonen zahlen. Der Arbeitgeber darf das Seminar also nicht finanzieren.

Nur für berufliche Weiterbildung

Förderfähig sind ausschließlich berufsbezogene Weiterbildungen. Beliebt sind nach Angaben des Bildungsministeriums beispielsweise Sprachkurse, auf die rund 9 Prozent der ausgegebenen Gutscheine entfallen. Ebenfalls gefragt sind BWL und Recht (10 Prozent) oder Computerkurse (6 Prozent). Absoluter Spitzenreiter sind allerdings die Themengebiete Gesundheit (25 Prozent) sowie Wellness und Körperpflege (14 Prozent).

Nicht gefördert wird der Führerschein, auch dann nicht, wenn man ihn beruflich braucht. Ausnahme: Der sogenannte Staplerschein wird finanziert. Für betriebliche Weiterbildungen und für regelmäßige Schulungen, die sowieso Pflicht sind (beispielsweise bei Berufskraftfahrern), gibt’s grundsätzlich kein Geld.

Längere Kurse

Auch für längere Weiterbildungsvorhaben wie beispielsweise ein berufsbegleitendes Studium kann man einen Gutschein bekommen. Immerhin dauerten nach Angaben des Ministeriums rund 18 Prozent der geförderten Kurse 81 bis 160 Stunden. Seminare, die aus mehreren aufeinander aufbauenden Blöcken bestehen, gelten als eine einzige Maßnahme. Es gibt also nur einmal Geld, nicht für jedes einzelne Modul. Als Seminarbeginn zählt dann der Start des ersten Bausteins.

Gefördert werden auch Fernlehrgänge oder Online-Seminare, aber nur, wenn es einen Kursleiter gibt. Für reine Selbstlernkurse gibt’s dagegen kein Geld. Sogar Bildungsurlaub wird unterstützt, aber nur, wenn dort berufliche Inhalte vermittelt werden.

Bei Frauen beliebt

Bei diesen vielen Möglichkeiten dürfte für jeden Lernwilligen etwas Passendes zu finden sein. Vor allem im Mittelstand ist die Begeisterung groß: 88 Prozent der Gutscheine gingen an Mitarbeiter kleiner Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Speziell Frauen nutzen die Förderung häufig, sie beantragten rund 76 Prozent der Gutscheine. Erfreulich: Das Programm wird nicht nur von den jüngeren, sondern auch von den mittleren Altersgruppen gut angenommen. Lediglich die Generation 55plus zeigt mit 5 Prozent der beantragten Gutscheine nur wenig Interesse.

Förderbedingungen

Grundsätzlich gibt es den Prämiengutschein nur, wenn die Weiterbildung noch nicht begonnen hat. Auch die Rechnung darf noch nicht bezahlt sein. Allerdings bekommt nicht jeder das wertvolle Papier: Das gibt es nämlich nur, wenn man berufstätig ist und das zu versteuernde Einkommen nicht mehr als 20.000 Euro (Ehepaare 40.000 Euro) pro Jahr beträgt. Brutto ist das jedoch deutlich mehr. Das zu versteuernde Einkommen findet man auf der Steuererklärung. Bedingung ist außerdem, dass man mindestens 15 Stunden pro Woche arbeitet.

Auch Mitarbeiter im Mutterschutz, in Elternzeit oder in Pflegezeit bekommen den Gutschein, da sie formal als Arbeitnehmer gelten. Nicht gefördert werden dagegen Azubis, Schüler, Studierende und duale Studenten. Praktikanten bekommen nur dann einen Gutschein, wenn es sich nicht um ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Ausbildung handelt. Keine Gutscheine gibt es außerdem für Kurzarbeiter, Minijobber, Rentner, Arbeitslose sowie Hausfrauen.

Unterlagen mitbringen

Die Beratung selbst ist kostenlos. Mitbringen muss man einen Ausweis (mit Foto) und einen aktuellen Einkommensnachweis, beispielsweise einen Einkommensteuerbescheid oder die letzten Lohnabrechnungen. Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund, die immerhin 17 Prozent der Teilnehmer stellen, müssen gegebenenfalls ihre Arbeitserlaubnis vorlegen.

Vorsicht! Jeder hat nur alle zwei Jahre Anspruch auf eine solche Beratung. Auch wenn man keinen Gutschein erhalten hat, darf man erst in zwei Jahren wiederkommen. Man sollte also vorab klären, ob man die Voraussetzungen erfüllt.

Alle Infos und die Liste der zuständigen Beratungsstellen gibt’s unter www.bildungspraemie.info oder unter der kostenlosen Infonummer 0800 / 2623 000.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang