Wachstum

Betriebe schaffen wieder Jobs


Krise überwunden: In den Unternehmen wie hier bei Zumtobel Lighting haben die Mitarbeiter wieder gut zu tun. Fotos: Scheffler

Umfrage der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände: 40 % schätzen die Lage als „gut“ ein

Wiesbaden. In der hessischen Wirtschaft läuft es wieder rund. Nach schlimmer Durststrecke sind viele Unternehmen wieder auf Wachstumskurs und schaffen Arbeitsplätze. Darunter auch die Betriebe der hessischen Metall- und Elektro-Industrie.

Das ergab jetzt eine Blitzumfrage der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) bei allen Branchen. Mehr als die Hälfte der Mitgliedsverbände schätzen demnach die derzeitige Lage ihrer Unternehmen als „zufriedenstellend“ ein, 40 Prozent sogar als „gut“.

Erträge noch nicht zufriedenstellend

Bei der Beschäftigung geht es deshalb aufwärts. „Der Aufschwung kommt erkennbar auf dem Arbeitsmarkt an“, erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender. „Bereits zum Jahresanfang zog die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern deutlich an. Nun baut auch das von der Krise stark gebeutelte produzierende Gewerbe wieder Arbeitsplätze auf.“

Nur die Erträge der Firmen sind noch nicht zufriedenstellend. Sie liegen unter dem Vorkrisen-Niveau.

Für die Blitzumfrage hatte die VhU vor kurzem bei ihren Mitgliedsverbänden die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der erwarteten Entwicklung ermittelt. An der Erhebung beteiligten sich 20 Verbände, die 5.000 Mitgliedsunternehmen und eine halbe Million Beschäftigte zählen.

Fasbender stellte die Ergebnisse der Umfrage auf dem Hessischen Unternehmertag in Wiesbaden vor. Sie zeigen auch: Die Kurzarbeit hat Schlimmeres auf dem Arbeitsmarkt verhindert. „Die staatlichen Maßnahmen haben tatsächlich ihre Wirkung entfaltet“, resümierte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier vor den 1.100 Gästen des Unternehmertages. „Das Krisenmanagement hat funktioniert.“

Nun müsse man die aus dem Aufschwung entstehenden Chancen nutzen, um die  Staatsverschuldung zu bremsen, forderte der Politiker.

Konsequent Schulden abbauen

„Jetzt ist nicht die Zeit, über neue Ausgaben nachzudenken“, so Bouffier, „wenn die Steuerschätzung zusätzliche Einnahmen für die staatlichen Haushalte erwarten lässt, dann sollten sie konsequent zum Schuldenabbau genutzt werden.“

Auch Gastredner Professor Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, mahnte zur Besonnenheit. Der Wissenschaftler sieht die Situation Deutschlands optimistisch: „Wenn es ein Wirtschaftswunder gibt, dann haben wir es heute.“

Vor allem die Agenda 2010 habe dazu beigetragen, dass die Zahl der Arbeitslosen gesunken sei. „Die Kernidee war, das Mitmachen statt das Wegbleiben zu belohnen.“

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