Konjunktur

„Betriebe krisensicherer machen”


Die Kautschuk-Branche stellt sich vorsorglich auf schwierigere Zeiten ein

Hannover. „Wir hatten ein gutes Jahr“, sagt Hans-Jochen Lorenzen, Geschäftsführer der Albis Plastic GmbH in Hamburg (900 Mitarbeiter). Das Unternehmen veredelt Rohstoffe, aus denen später Auto-Armaturen, Scheinwerfer oder Schutzhelme produziert werden. Lorenzen fügt hinzu: „Auf dem hohen Niveau wird es nicht weitergehen. Die Boomphase ist vorbei.“

Kürzlich trafen sich zahlreiche Firmenchefs der Kautschuk-Industrie in Hannover. Zurzeit sind sie guter Stimmung. „Doch der Schwung, mit dem sich unsere Unternehmen in den vergangenen Jahren aus der Krise gearbeitet haben, lässt deutlich nach“, bilanziert Volker Schmidt, Chef des Arbeitgeberverbands ADK.

Viele befristete Kollegen übernommen

2009, nach dem größten Konjunkturabsturz der Nachkriegszeit, waren die Stammbelegschaften nur mit größter Kraftanstrengung zu halten. Doch 2010 brummte es wieder: Der Auftragseingang stieg zuletzt unerwartet lange und kräftig. Viele befristet Beschäftigte werden in Vollzeit übernommen. Zeitarbeiter helfen, Auftragsspitzen abzuarbeiten.

Den Nachwuchs im Blick

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Verbandschef Schmidt: „Es gilt, die Betriebe krisensicherer zu machen. Sie sind eingeklemmt zwischen den ständig steigenden Rohstoffpreisen und dem Preisdruck für ihre Erzeugnisse.“

Das heißt auch, noch stärker auf den Nachwuchs zu schauen. Besonders im Osten: Seit 2005 hat sich in ­Thüringen die Zahl der Schulabgänger halbiert – das spürt auch die Conti­tech Phoenix Compoun­ding Technology in Waltershausen. „Wir brauchen hier für eine der weltweit modernsten Fabriken Fachkräfte“, sagt Standortleiter Klaus Faßler, „doch wir haben große Schwierigkeiten, unsere Ausbildungsplätze zu besetzen.“

Man steuert gegen: „In einer überbetrieblichen Ausbildungsinitiative mit 28 anderen Betrieben der Region.“ Auch das ist Zukunftssicherung.

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