Umfrage

Beste Lage


Unternehmen haben Konjunktur so günstig eingeschätzt wie noch nie: Erwartungen aber abgekühlt

München/Nürnberg. Die Situation in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist hervorragend. Noch – aber die Aussichten trüben sich ein.

Drei Viertel der Unternehmen beurteilen ihre Lage als gut. Das ergab die Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme und vbm im Juli. So günstig wie zuletzt wurde die Konjunktur seit Beginn der Umfrage im Jahr 2000 noch nie eingeschätzt.

Schuldenkrise ist großes Risiko

Allerdings haben sich die Erwartungen – verglichen mit der Umfrage im Dezember 2010 – deutlich abgekühlt. Jetzt hofft noch ein Viertel auf bessere Geschäfte. Und rund 70 Prozent rechnen lediglich mit einer unveränderten Lage.

Am Ende des vergangenen Jahres hatte noch etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen eine Verbesserung erwartet. Im nun weniger optimistischen Blick nach vorn spiegelt sich wider, dass sich das Wirtschaftswachstum in vielen Ländern verlangsamt – auch bei uns.

Diese Entwicklung und die Schuldenkrise in manchen Euro-Ländern sowie in den USA zählen zu den größten Risiken. Sie sind  der wesentliche Grund für die aktuellen Turbulenzen an den Aktienbörsen.

Dass sich die Konjunktur-Kurve abflacht, stellt auch der bayerische Maschinenbau fest. Der Auftragseingang legte im Juni preisbereinigt „nur noch“ um 7 Prozent zu – verglichen mit dem Vorjahresmonat. Für das erste Halbjahr ergibt sich aber noch ein Plus von 26 Prozent.

 

Karl Haeusgen, der Vorsitzende des Branchenverbandes VDMA in Bayern, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Nach der unerwartet raschen Erholung 2010 ist die Entwicklung im laufenden Jahr weiterhin außerordentlich positiv.“ Ähnliches berichtet Klaus Probst, der Vorstandsvorsitzende der Leoni AG in Nürnberg. Die Produktionskapazitäten des Herstellers von Bordnetzen für Autos und von Kabeln seien vollständig ausgelastet.

„Es geht uns momentan sehr gut“, sagt Probst. Dank der ausgezeichneten Auftragslage rechnet er zumindest bis Ende dieses Jahres mit einem wachsenden Geschäft. Impulse erhält Leoni vor allem aus China, Brasilien, Russland und Indien.

Schnell und flexibel reagieren

Wie es im nächsten Jahr weitergeht, ist dagegen nicht so leicht vorherzusagen. „Wir sind vorsichtig“, kommentiert Probst die Aussichten. „In den nächsten Monaten werden wir uns besonders eng mit den Kunden abstimmen.“

Das ist an erster Stelle die Automobil-Industrie. Sollte die Nachfrage nach Fahrzeugen zurückgehen, will auch Leoni die Produktion schnell und flexibel verringern.

 

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