Anschub für junge Firmen

Bei der Unterstützung von Start-ups kann Deutschland sich viel von anderen abschauen

München. Nirgendwo in der Welt gibt es so viele Weltmarktführer wie in Deutschland. Viele der Unternehmen bestehen seit Generationen. Doch es kommt zu wenig nach.

Bei der Gründung innovativer neuer Unternehmen, sogenannter Start-ups, hinkt Deutschland hinterher. Abgeschlagen auf Platz 27 landet die Bundesrepublik in einem weltweiten Vergleich, dem von einer internationalen Forschungsgruppe herausgegebenen Global Entrepreneurship Monitor. Israel und die USA geben den Takt vor. Dort ist der Anteil der Gründer in der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen mehr als doppelt so hoch wie hierzulande.

Einerseits ist die Angst vor dem Scheitern in Deutschland größer als anderswo, meinen Experten. Andererseits fehlt vielen Gründern das Geld – speziell in Hightech-Branchen, in denen viel Kapital benötigt wird. Das gilt für die Gründungsphase, aber auch für die Anschlussfinanzierung. Banken vergeben wegen des hohen Ausfallrisikos nur zögerlich Kredite. Und, anders als in den USA und in Israel, sind private Investoren zurückhaltend.

Trotz des deutschlandweiten High-Tech Gründerfonds HTGF und vieler Fördermaßnahmen auf Länderebene standen jungen Unternehmen hierzulande in den vergangenen drei Jahren gerade mal 2 Milliarden Euro an Wagniskapital (Fachbegriff Venture Capital) zur Verfügung. In den USA waren es umgerechnet 64 Milliarden Euro. „Mit der Finanzierung innovativer junger Unternehmen tut sich Deutschland schwer“, registriert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag ein Wagniskapitalgesetz vorgesehen. Durch Forschungsprämien und Steuervorteile soll neben öffentlichem auch privates Kapital für Start-ups mobilisiert werden.

Auch auf Länderebene tut sich etwas. Baden-Württemberg und Berlin haben neue Initiativen gestartet und stellen mehr Geld zur Verfügung. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erhöht die Fördermittel für Existenzgründer und innovative Unternehmen. So will sie den Freistaat zum „Top-Gründerland“ machen. Maßstab soll nicht die deutsche Gründermetropole Berlin sein: „Ich will, dass wir in derselben Liga spielen wie Tel Aviv und London“, so ihr Ziel.

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften wäre schon froh, „wenn wir vergleichbare Wettbewerbsbedingungen wie in Frankreich oder Großbritannien hätten“.


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