Tarifrunde 2008/2009

Bei den Kosten einen Gang runterschalten


Kfz-Zulieferer Kongsberg Automotive strotzt mit Innovationen dem rauen Wettbewerb

Dassel. Die einen mögen es butterweich, die anderen sportlich: Wenn es um die Schaltung geht, sind Autofahrer anspruchsvoll. Deshalb verstehen die Hersteller keinen Spaß, wenn sie die Schaltungseinheiten in Auftrag geben. „Kompromisse sind undenkbar“, sagt Eckhard Blanke. „Höchste Qualität und null Fehler werden vorausgesetzt.“

Blanke ist Personalleiter beim Zulieferer Kongsberg Automotive in Dassel im südlichen Niedersachsen. Die Firma beliefert mit knapp 300 Mitarbeitern die gesamte deutsche Auto-Industrie und die meisten europäischen Hersteller als Systemlieferant. Etliche Kunden werden just in time versorgt, erhalten also genau zum gewünschten Zeitpunkt die gewünschte Schaltungseinheit: Eine logistische Meisterleistung, durchdacht bis ins kleinste Detail.

Sorgenvoller Blick auf die Tarifrunde

Ein Blick in die Fertigungszelle für Schaltknäufe: Einlegeteile werden als Schüttgut bereitgestellt, vereinzelt, montiert, ausgerichtet, eingerichtet und umspritzt – alles hoch automatisch.

„Früher manuell ausgerichtete Arbeitsschritte werden bei uns immer mehr automatisiert“, erklärt Personalchef Blanke. Der Kostendruck sei enorm, daher müsse man die Automatisierung nach Möglichkeit weiter verfeinern. Fest steht für ihn: Sollte die kommende Tarifrunde eine unerwartet starke Kostenbelastung mit sich bringen, werde der Druck zunehmen. Es sei wichtig, im Abschluss die besondere Situation der einzelnen Branchen zu berücksichtigen.

Deshalb setzen die Arbeitgeber auf ein Element zur „betrieblichen Differenzierung“. Es soll Betriebe entlasten, die sich in besonders schwierigem Umfeld bewegen.

Bei den Auto-Zulieferern „herrscht ein brutaler Preiskampf“, erläutert Dietrich Kröncke, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. „Jeder Prozentpunkt mehr beim Lohn kann verheerende Auswirkungen auf die Beschäftigung haben.“

Kongsberg Automotive hat sich in den letzten Jahren diesem rauen Wind immer wieder besonders erfolgreich gestellt. Als sich andere sträubten, führte das Unternehmen noch unter dem Eigentümer Teleflex die Gruppenarbeit ein. Schlanke Strukturen, offene Informationen, kurze Entscheidungswege sorgten für ständig wachsende Produktivität. „Wir haben den Mitarbeiter frühzeitig Verantwortung übertragen“, sagt Personalchef Blanke.

Ingenieure und Techniker gesucht

Gleichzeitig setzte man verstärkt auf Innovation und baute die Entwicklungsmannschaft kontinuierlich aus. Heute ist Dassel ein wichtiger Entwicklungsstandort im Kongsberg-Konzern. Damit dies so bleibt, sucht Blanke derzeit Ingenieure und Techniker.

Denn eines hat man hier gelernt: Um sich behaupten zu können, heißt es bei der Produktivität ständig einen Gang höher, bei den Kosten jedoch runterzuschalten.

Info: Kongsberg Automotive

Das Unternehmen gehört zum norwegischen Kongsberg-Konzern. Insgesamt 11.000 Mitarbeiter erwirtschaften weltweit 1 Milliarde Euro Umsatz. 50 Werke in 20 Ländern produzieren Systemlösungen für Fahrzeughersteller weltweit. In Dassel fertigen rund 300 Mitarbeiter (darunter 21 Azubis) Schaltsysteme und Schaltknäufe mit Einlegeteilen im Schäum- und Spritzgießverfahren.

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