Nachwuchs

Begehrte Jugend


Aufschwung ermuntert M+E-Firmen zu noch mehr Ausbildung

München. Die Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie haben derzeit wieder viel zu tun. Und die Aussichten für ihr Geschäft haben sich auch noch verbessert. Beides scheint sich 2010 auf den Ausbildungsmarkt auszuwirken.

Die Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm rechnen dieses Jahr mit 12.500 neu abgeschlossenen gewerblich-technischen Ausbildungsverträgen. Das wäre ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber 2009. Für das kommende Jahr prognostizieren sie einen weiteren Anstieg um 4 Prozent auf 130.00 Lehrverträge.

Die Zahl läge in diesem Fall zwar immer noch weit unter der des Rekord-Jahres 2008 (siehe Grafik). Die Tendenz zeigt allerdings nach oben.

Qualifizierten Nachwuchs zu finden, wird in Zeiten des demografischen Wandels für Unternehmen immer wichtiger – und schwieriger. Laut einer Umfrage der Arbeitgeberverbände gehen mittlerweile mehr als die Hälfte der Firmen davon aus, dass sie bereits in fünf Jahren mit weniger Bewerbern rechnen müssen.

80 Prozent der Azubis werden übernommen

Und deshalb bauen sie vor: Neun von zehn Betrieben bilden nämlich selbst aus. Und jeder fünfte sogar über dem eigenen Bedarf. Die Unternehmen geben damit nicht nur Nachwuchs eine Chance. Vor allem haben sie so die Gelegenheit, junge qualifizierte Leute früh an sich zu binden. 2010 etwa planen die Firmen, 80 Prozent ihrer Auszubildenden zu übernehmen.

Weiterhin gibt es jedoch große Probleme, alle Lehrstellen zu besetzen. Ein Viertel der Firmen hat es in diesem Jahr nicht geschafft. Jede zweite von diesen hat keine geeigneten Bewerber gefunden.

Fehlende Ausbildungsreife attestieren die Unternehmen der jungen Generation allerdings nicht. Jedenfalls nicht pauschal. Denn laut Umfrage von bayme und vbm bescheinigen die Betriebe den Schulabsolventen in fast allen Fächern im Durchschnitt die Note „befriedigend“.

Sorgen macht den Arbeitgebern nur eine leistungsschwache Minderheit, zumal wenn sie ohne Abschluss die Schule verlässt. Deren Anteil liegt in Bayern derzeit bei 6,3 Prozent.

Damit in Zukunft eine ausreichende Zahl junger Menschen zu Fachkräften ausgebildet werden kann, wird diese Quote weiter gesenkt werden müssen – ebenso wie der folgende Wert: 21,4 Prozent aller Auszubildenden brechen ihre Lehre vorzeitig ab.

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