Konjunktur

Bayerns Wirtschaft ist in Schwung

Die Firmen machen gute Geschäfte. Der vbw-Index, ein Stimmungsbarometer der bayerischen Wirtschaft, ist im Vergleich zum Herbst gestiegen. Doch die Arbeitgeber warnen die Politik davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen.

Dynamisch nach oben: Die Firmen im Freistaat erwarten, dass es auch in Zukunft weiter aufwärtsgeht. Foto: Mauritius

Dynamisch nach oben: Die Firmen im Freistaat erwarten, dass es auch in Zukunft weiter aufwärtsgeht. Foto: Mauritius

München. Es läuft derzeit rund in Bayerns Betrieben. Der vbw-Index, ein Stimmungsbarometer der bayerischen Wirtschaft, ist im Vergleich zum vergangenen Herbst erneut gestiegen – und zwar um 7 Punkte auf einen Wert von 139. Auf diesem hohen Niveau lag er letztmals im Frühjahr 2011. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) legt ihren sogenannten Weißbier-Index zweimal im Jahr vor und fasst dazu 31 statistische Einzeldaten zusammen.

Die Unternehmen im Freistaat schätzen ihre Situation durchweg positiver ein als noch vor einem halben Jahr – ob in den Kategorien Wachstum oder Beschäftigung, ob aktuelle Lage oder Prognose. „Die Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne sind expansiv ausgerichtet, der Arbeitsmarkt boomt“, sagt Alfred Gaffal, Präsident der vbw. Angesichts der großen politischen Unsicherheiten weltweit, etwa in Russland, Syrien, der Türkei, den USA oder Europa insgesamt, sei das durchaus überraschend.

Allerdings gibt es laut vbw auch Gründe, um optimistisch in die Zukunft zu schauen: Bayern sei ein wettbewerbsfähiger Standort mit wettbewerbsfähigen Unternehmen, die wettbewerbsfähige Produkte herstellten. Das sei den Anstrengungen der Firmen zu verdanken, etwa kontinuierlichen Innovationen und Rationalisierungen. Die Menschen dürften zudem dank der hervorragenden Beschäftigungssituation und der immer noch niedrigen Inflation weiter ordentlich konsumieren. Die Weltwirtschaft erhole sich und stärke so die für Bayern wichtige Exportindustrie.

„Wir zehren heute von den politischen Weichenstellungen von gestern“

„Je besser die Konjunktur läuft, desto mehr werden die strukturellen Herausforderungen überdeckt“, warnt jedoch Gaffal. Kernpunkte seien die Themen Kosten und Flexibilität. „Wir zehren heute von den politischen Weichenstellungen von gestern“, sagt er und schreibt dabei insbesondere den Sozialreformen der Agenda 2010 eine große Bedeutung zu. Ein mögliches Zurückdrehen der Reformen sei „fatal“.

Der vbw-Präsident plädiert für einen Blick nach vorne. „Wenn wir morgen auch noch wettbewerbsfähig und erfolgreich sein wollen, müssen wir heute das Richtige tun“, fordert er. Die vbw mahnt deshalb unter anderem, zu einer moderaten Lohnpolitik zurückzukehren. So lägen die Lohnstückkosten, ein wichtiger Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts, in Deutschland weiterhin klar über dem internationalen Durchschnitt.

Zudem müsse die Politik die Lohnzusatzkosten im Blick haben, erwartet Gaffal. Die Sozialversicherungsbeiträge dürften nicht über die 40-Prozent-Marke steigen. Beim Thema Energie vermisst er ein Gesamtkonzept, um die Energiekosten erträglich zu halten. Darüber hinaus müsse das veraltete Arbeitszeitgesetz flexibler werden.


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