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Nachhaltiger Skitourismus

Bayerns Skigebiete wirtschaften innovativ und zunehmend ökologisch

Viel Schnee schon vor Weihnachten sorgte in den Skigebieten in Bayern für weiße Pisten – und zahlreiche Besucher. Damit trotzdem die Umwelt nicht leidet, tun die Pistenbetreiber einiges für nachhaltigen Tourismus.

Schneeparadies am Spitzingsee: Nur etwa ein Viertel der bayerischen Pisten wird künstlich beschneit. Foto: Alpenbahnen-Spitzingsee/Dietmar Denger

Schneeparadies am Spitzingsee: Nur etwa ein Viertel der bayerischen Pisten wird künstlich beschneit. Foto: Alpenbahnen-Spitzingsee/Dietmar Denger

Foto mit Gipfelkreuz: Deutschlands höchster Berg ist ein Ausflugsmagnet nicht nur für Skifahrer. Foto: Bayerische-Zugspitzbahn-Bergbahn-AG/Matthias Fend

Foto mit Gipfelkreuz: Deutschlands höchster Berg ist ein Ausflugsmagnet nicht nur für Skifahrer. Foto: Bayerische-Zugspitzbahn-Bergbahn-AG/Matthias Fend

Toller Ausblick: Die neue Zugspitz-Seilbahn fährt seit der Wintersaison 2017/2018. Foto: Bayerische-Zugspitzbahn-Bergbahn-AG/Max Prechtel

Toller Ausblick: Die neue Zugspitz-Seilbahn fährt seit der Wintersaison 2017/2018. Foto: Bayerische-Zugspitzbahn-Bergbahn-AG/Max Prechtel

München. Vom Arber bis zum Allgäu: Die bayerischen Skigebiete jubeln bis dato über eine starke Saison. Der Schnee kam früh, und die meisten Lifte waren bereits im Dezember in Betrieb. Einziger Wermutstropfen: Unwetter wie das Sturmtief „Burglind“ trübten das Skivergnügen.

Über den guten Winter freuen sich Hoteliers und Pensionsbetreiber. Einige Orte im Allgäu melden 10 Prozent mehr Übernachtungen. Garmisch-Partenkirchen verzeichnete im Dezember 2017 ein Plus von 13 Prozent (12.000 Übernachtungen mehr) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die bayerischen Skigebiete sind innovativ und haben ihr grünes Gewissen entdeckt. Sicher ist der ökologische Fußabdruck, den ein Wintersportler hinterlässt, nicht gerade klein. Doch auch die Bergbahnen setzen auf Nachhaltigkeit.

Die intelligente Pistenraupe verteilt den vorhandenen Schnee optimal auf dem Abfahrtshügel

Mehrere Skigebiete im Allgäu und in Oberbayern gaben auf Nachfrage von AKTIV an, ihr Pistenmanagement mittels GPS zu führen. Im Gebiet Spitzingsee-Tegernsee etwa ist die Pistenraupe jetzt ein intelligentes Wesen, das erkennt, wie viel Schnee sich unter ihren Ketten befindet und wo sie noch was abzwacken kann. Dadurch darf die Schneekanone auch mal eine Pause einlegen.

Auch die Beschneiungsanlage ist besser als ihr Ruf: Für 20 Hektar Piste benötigt sie jährlich im Durchschnitt 250.000 Kilowattstunden Strom. „Genauso viel verbraucht ein Flug von München nach Mallorca und zurück mit 200 Passagieren“, heißt es beim Verband Deutscher Seilbahnen (VDS). Die Bayern setzten die Technik ohnehin zurückhaltend ein: Skifahrer können hier über rund 3.700 Hektar präparierte Pisten sausen. Lediglich ein Viertel (915 Hektar) wird künstlich beschneit. In der Schweiz sind es knapp 50, in Österreich gar 60 Prozent.

Die Liste der Umweltprojekte wächst: Das Skigebiet Söllereck (Allgäu) spart mit Ökostrom aus Wasserkraft mehr als 200 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Die Nachbarn von Oberstdorf-Kanzelwand setzen auf Solarenergie und Wärme-Rückgewinnung, um Kioske zu beheizen. Problematisch ist aus Umweltsicht die Anreise. Größere Skigebiete kooperieren daher mit der Bahn. Wer das „Garmischer Ski-Ticket“ oder den „Schnee-Express Allgäu“ bucht, erhält die Liftkarte gratis dazu.

Seilbahnen schaffen Arbeitsplätze

Insgesamt sind allerdings die Bergbahnen wichtige Wirtschaftsfaktoren und Arbeitgeber: 126 Seil- und Zahnradbahnen und 661 Schlepplifte gibt es in Bayern nach Auskunft des VDS. Zwei von drei Seilbahnen in Deutschland befinden sich demnach im Freistaat. Daraus lässt sich ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro pro Jahr ableiten.

Und die Übernachtungsgäste lassen Geld für Unterkunft, Essen und Trinken in der Region. Etwa siebenmal so viel wie für die Liftkarte geben sie dafür aus. Die Studie „Wirtschaftliche Effekte durch Seilbahnen in Deutschland“ belegt: Ein Arbeitsplatz bei der Seilbahn schafft fünf Stellen in der Region. Hochgerechnet auf Bayern sind dies mehr als 1.000 Mitarbeiter und Saisonkräfte bei den Bergbahnen.


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