Tarifrunde 2016

Bayer-Manager Georg Müller verhandelt für die Chemie-Arbeitgeber

Wiesbaden. Wenn die Tarifrunde 2016 beginnt, schauen alle gespannt auf diesen Mann: Georg Müller, Personalchef für Deutschland beim Pharmakonzern Bayer. Der 54-Jährige spricht für 1.900 Unternehmen der Branche mit 550.000 Beschäftigten. AKTIV wollte von dem neuen Verhandlungsführer wissen, wie man eine so große Aufgabe anpackt.

Jetzt geht es los, sind Sie nervös?

Nein, dafür habe ich schon zu viele Verhandlungen geführt, im Unternehmen, aber auch auf Branchenebene. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung.

Publikumsliebling wird man mit dem Job nicht …

Darauf kommt es auch nicht an. Entscheidend ist für mich die Chance zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen für die gesamte Branche. Das ist zugleich eine große Verantwortung.

In der letzten Runde war der Ton eher hart. Wie ist Ihre Gangart?

Die Diskussion muss fair und auf Augenhöhe verlaufen, jede Seite sollte ein offenes Ohr für die Argumente des anderen haben.

Haben Sie das in Ihrer Zeit in Asien gelernt?

Den Chinesen bedeutet es viel, ob man ein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner ist. Die gute Beziehung zu einem Geschäftspartner ist der Schlüssel zum Erfolg. Nicht anders verhält es sich auch in der Tarifpolitik. Beide Seiten sind aufeinander angewiesen. Sie müssen sich vertrauen können, und sie müssen wissen, wo die Schmerzgrenze des anderen ist.

Was ist Ihr Ziel?

Ich möchte erfolgreiches unternehmerisches Handeln ermöglichen, das ist die Aufgabe der Tarifpolitik. Das setzt wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen voraus. Dazu müssen wir die Kosten im Griff behalten und zugleich Herausforderungen wie den demografischen Wandel und die Digitalisierung aktiv gestalten. Mein Wunsch ist es, gemeinsam mit der IG BCE flexible und verlässliche Arbeitsbedingungen zu entwickeln, die in unsere Zeit passen.


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Schlagwörter: Chemie

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