Experte erklärt, warum der Wohnungsmarkt angespannt bleibt

Baugenehmigungen für Wohnungen boomen – aber es sind immer noch zu wenige

Die Zahl der neu genehmigten Wohnungen ist um ein gutes Fünftel gestiegen. Warum das nicht ausreicht und was mittelfristig helfen könnte, erklärt Axel Gedaschko vom Wohnungswirtschaftsverband GdW im AKTIV-Interview.

Axel Gedaschko, Präsident des Wohnungswirtschaftsverbands GdW. Foto: Verband

Axel Gedaschko, Präsident des Wohnungswirtschaftsverbands GdW. Foto: Verband

Wohnungsbau: Immer mehr, aber noch nicht genug. Foto: Fotolia

Wohnungsbau: Immer mehr, aber noch nicht genug. Foto: Fotolia

Berlin. Deutschland baggert wie blöde: 2016 gab’s 22 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohnraum als 2015 – und das war der achte Anstieg in Folge! Also bald alles in Butter auf dem Wohnungsmarkt? Von wegen. Das erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Wohnungswirtschaftsverbands GdW.

Das Statistische Bundesamt meldet 375.000 Baugenehmigungen fürs Vorjahr. Das sind viel mehr als vor 10 Jahren – aber viel weniger als vor 20 Jahren. Reicht das aktuelle Volumen aus?

Leider nicht. Man muss die 25.000 Wohnungen in Heimen vor allem für Flüchtlinge abziehen, die helfen dem normalen Markt nicht. Und in einer Genehmigung kann man nicht wohnen! Erfahrungsgemäß werden ja 10 bis 20 Prozent weniger Einheiten gebaut als beantragt.




Damit würden es also nur 300.000 Wohnungen mehr ...

Ja. Und nötig wären 400.000 pro Jahr! Das gilt zumindest aktuell und noch für vier, fünf Jahre. Wir haben zu wenig Wohnraum, nicht überall, aber an vielen Orten, das zeigen zum Beispiel die Leerstandsquoten. Ein Grund ist die steigende Zahl der Single-Haushalte, auch von Älteren, deren Partner gestorben ist.

Könnten wir auf Knopfdruck sofort noch mehr bauen?

Kaum. In etlichen Kommunen ist die Planungskapazität erschöpft, und neues Personal ist da kaum zu finden. Außerdem sind geeignete Grundstücke knapp. Und Teile der Baubranche sind jetzt schon mehr als ausgelastet. Der Markt wird sich also nicht kurzfristig entspannen!

Welche Lösungen bleiben dann noch?

Ganz wichtig: „serielles Bauen“ – also das modulare Zusammensetzen von vorgefertigten Teilen, ähnlich wie im Autobau. So wird Wohnraum bezahlbarer. Und auch „Suburbanisierung“ wird Thema – also der Umzug aufs Land, wo man ja an vielen Orten gut und günstig wohnen kann. In einigen Großstädten ist dieser Trend statistisch schon greifbar.

Mehr zum Thema:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 22.06.2017

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