Gentechnologie

BASF will Rapsöl gesünder machen


Raps: Die BASF investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in die Ölpflanze. Foto: BASF
Züchtung im Gewächshaus: Zwei Gärtner der BASF kon­trollieren gentechnisch veränderte Pflanzen. Foto: BASF

Gentechnologie: Pflanzen werden zu Omega-3-Fettlieferanten

Ludwigshafen. Die Eskimos halten es so, die Menschen auf Kreta und die Japaner: Sie essen viel Fisch. Und bekommen deshalb seltener Herzinfarkte und Herz-Kreislauf-Schwächen als andere Menschen. Verantwortlich dafür ist das Fischöl mit seinen speziellen Omega-3-Fettsäuren. Konzentriert in Kapseln oder als Zusatz zu Margarine, Speiseöl oder Fischstäbchen soll es die Gesundheit von Herz und Hirn fördern.

Das Öl ist gefragt wie nie. Forscher des Ludwigshafener Chemie-Riesen BASF wollen nun Rapspflanzen gentechnisch so verändern, dass sie in ihrem Öl vermehrt Omega-3-Fettsäuren bilden.

„Damit wollen wir einen Beitrag zur Verbesserung der Welternährung leisten“, sagt Jürgen Schweden, Biologe und Forschungsleiter bei der BASF Plant Science in Limburgerhof. „Durch unseren neuen Raps können Verbraucher in Zukunft leichter die optimale Menge an Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen.“ Das ist wichtig, weil der Körper die Stoffe selber nicht bilden kann.

Verbrauch an Fischöl nimmt rasant zu

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Beispiel empfiehlt eine Tagesdosis von 250 Milligramm dieser Fettsäuren, Kardiologen halten sogar ein Gramm täglich für wünschenswert. Derzeit kommt der Durchschnittseuropäer aber nur auf 100 Milligramm.

Mit dem neuartigen Rapsöl lässt sich das steigern. Nur muss die Pflanze solche Fettsäuren auch erzeugen können. „Wir haben den Raps ausgewählt, weil er ein ähnliches Molekül bereits von Natur aus bilden kann, die Alpha-Linolensäure“, erklärt Schweden. „Mit einigen Genen aus Algen übertragen wir ihm nun die Fähigkeit, Omega-3-Fettsäuren herzustellen.“ Zudem streben die BASF-Forscher ein Öl an, das besser haltbar ist als Fischöl.

Einen dreistelligen Millionen-Betrag will die BASF Plant Science in das Projekt stecken. 2020 soll der Anbau von gentechnisch verändertem Raps starten und bald danach das erste Öl auf den Markt kommen. Der Bedarf wächst schon lange. Weltweit nahm der Verbrauch an Fischöl in den vergangenen zehn Jahren von rund 20 000 auf 100 000 Tonnen zu.

Mit Lebensmitteln, Getränken und Kapseln, die omega-3-reiche Öle enthalten, setzten Unternehmen 2010 bereits 7,5 Milliarden Dollar um. Bis 2015 sollen es jährlich 15 bis 20 Prozent mehr werden.

Anbau nur in Amerika, nicht in Europa

Die BASF und ihr Partner bei dem Projekt, der US-Konzern Cargill, haben auch diesen „äußerst attrak­tiven Markt“ im Blick, so BASF-Forscher Schweden. Die Amerikaner übernehmen in der Partnerschaft Anbau, Gewinnung und Vertrieb des Öls.

Aufs Feld kommt der Omega-3-Raps übrigens nur in Amerika und nicht in Europa, wo viele Verbraucher gentechnisch veränderten Pflanzen kritisch gegenüberstehen. Nun hofft man bei der BASF, dass Produkte mit Gesundheitsvorteilen das Image gentechnisch veränderter Pflanzen verbessern. Mit dem neuen Raps könnte das klappen.

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Kaum ein Nährstoff ist so gut untersucht wie die Omega-3-Fettsäuren. Sie senken die Blutfettwerte, machen das Blut dünnflüssiger und verhindern so die Bildung gefährlicher Gerinnsel. Zudem vermindern sie Ablagerungen in den Blutgefäßen und senken den Blutdruck. All das verringert die Gefahr eines Herzinfarkts. Wichtig sind sie zudem für die Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktion von Embryos und Neugeborenen.

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