Imker kämpfen gegen Varroa-Milbe

BASF-Tierarznei hilft bedrohten Bienenvölkern

Ludwigshafen/Celle. Beim Nektarsammeln fliegen Bienen von Blüte zu Blüte, bestäuben sie dabei und sorgen so für Früchte. Doch das nützliche Insekt hat Feinde – die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe.

„Ohne Behandlung tötet der Schädling ein Bienenvolk binnen drei Jahren“, sagt Werner von der Ohe, Leiter des Laves-Instituts für Bienenkunde in Celle. Der Befall tritt weltweit auf. In Deutschland sind 100 Prozent der Bienenvölker betroffen. Der Chemie-Konzern BASF hat nun in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Unternehmen NOD Apiary Products ein neues Mittel dagegen entwickelt.

Im milden Winter haben sich Milben stark vermehrt

„Bienensterben“ sagt der Volksmund. Ein Begriff, den der Bienen-Experte gar nicht mag: „Der Bestand ist nicht gefährdet“, versichert er. „Aber die Imker müssen die Milbe bekämpfen.“ Rund eine Million Bienenvölker sind beim Deutschen Imkerbund gemeldet, „vermutlich gibt es weit mehr“, so von der Ohe. Der milde Winter hat viele der Honigproduzenten überleben lassen, doch auch die Milbe hat sich kräftig vermehrt: Sie befällt die Bienenlarven und saugt an den sich entwickelnden Insekten.

Abhilfe schafft Ameisensäure: „Das Tierarzneimittel wird vom Imker in den Stock eingebracht“, erklärt von der Ohe. „Dort verdampft es, durchdringt den Wachsdeckel der Brutzelle und tötet die Milbe darin ab, ohne die Bienenlarve gravierend zu schädigen.“ Das klingt einfach, bei der Anwendung passieren jedoch schnell Fehler.

Die BASF-Entwicklung, ein imprägnierter Gelstreifen, soll das jetzt ändern. „Er besteht aus Haushaltszuckern, versetzt mit 46,7-prozentiger Ameisensäure“, erklärt Renate Wapenhensch von NOD. Der Gelstreifen ist in eine kompostierbare Folie eingehüllt: „Das garantiert eine kontrollierte und langsame Abgabe der Ameisensäure“, so die Expertin. Zwei Streifen reichen für die Behandlung eines Bienenvolks in der Regel aus. Gut acht Jahre hat der Konzern für die Entwicklung des Mittels benötigt. Obwohl Ameisensäure und Folie von der BASF kommen, wird der Gewinn eher überschaubar bleiben. Wozu die Mühe?

„Uns ist die Bienengesundheit besonders wichtig“, sagt Andreas Ufer, Leiter der BASF-Ökotoxologie. „Wir leisten damit einen Beitrag im Dreiklang von Landwirtschaft, Imkern und chemischer Industrie.“

Zum Überleben benötigt die Biene aber noch etwas anderes: Blüten. Die aber kommen im modernen Ackerbau immer weniger vor. „Das reduziert das Nahrungsangebot“, warnt von der Ohe.


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