Währungskrieg

Bange machen gilt nicht!


Warum uns auch die neue Euro-Gruselstory kaltlassen darf

Köln. Halloween – haben Sie schon den Kürbis im Fenster, damit er am 31. Oktober die bösen Geister abschreckt? Vielleicht kommt ja dieses Jahr das obige Modell in Mode. Denn: Es ist wieder Euro-Grusel-Zeit!

Ein „Horrorszenario“ breitete letzte Woche das Magazin „Wirtschaftswoche“ aus: ein „Währungskrieg“! Die Story geht so: Im Wettlauf um Wachstum und Macht sorgen Amerika und China für künstlich niedrige Kurse von Dollar und Renminbi, hieven so den Euro hoch – und machen deutsche Produkte in Übersee immer teurer.

Extra-Kaufkraft für alle

„An den Devisenmärkten ist der Teufel los“, weckt auch das Massenblatt „Bild“ schaurige Befürchtungen. Und fragt: „Müssen wir uns Sorgen um den Euro machen?“ Die Leser diskutieren das derzeit aufgeregt im Internet. „Natürlich“, schreibt einer, „schon von Anfang an, ihr Trottel, wir hätten die D-Mark nie aus der Hand geben dürfen ...“

An der Angst vor einem ewig steigenden Wechselkurs, der unserem Export das Genick bricht, ist eines komisch: Im Mai fürchteten alle noch das Gegenteil!

„Nichts kann die Talfahrt des Euro stoppen“, urteilte damals die in Wirtschaftskreisen viel gelesene „Neue Zürcher Zeitung“. Die Griechen-Krise drückte den Kurs in den Keller, laut „Stern“-Umfrage hatten 54 Prozent der Deutschen „große Angst, dass die Preise steigen“. Klar: Wenn der Euro „in Richtung Parität zum Dollar“ fiele, wie es der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer an die Wand malte, dann würde in Dollar gehandelte Einfuhr richtig teuer, etwa Sprit.

Doch für Wechselkurse gilt ganz besonders, was der Schriftsteller Mark Twain einmal so ausdrückte: „Prognosen sind schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Vermutlich spielen die Devisenhändler irgendwann die nächste Gruselstory durch. Vorerst bleibt festzuhalten:

  • Der stärkere Euro verbilligt viele Importgüter – das bringt uns mehr Kaufkraft.
  • Auch Urlaub in Übersee wird billiger.
  • Und unser Export, Wechselkurs hin oder her, wächst derzeit kräftig.

Der Euro stand übrigens schon bei 1,60 Dollar und auch schon bei 0,83 Dollar. Vielleicht braucht es noch ein paar Kurs-Kapriolen, bis sich die Meinung des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt durchsetzt. Er sagte neulich: „Der Euro ist im Gegensatz zu vielerlei dummem Geschreibsel eine völlig ungefährdete Währung.“

Warum uns auch die neue Euro-Gruselstory kaltlassen darf

Köln. Halloween – haben Sie schon den Kürbis im Fenster, damit er am 31. Oktober die bösen Geister abschreckt? Vielleicht kommt ja dieses Jahr das obige Modell in Mode. Denn: Es ist wieder Euro-Grusel-Zeit!

Ein „Horrorszenario“ breitete letzte Woche das Magazin „Wirtschaftswoche“ aus: ein „Währungskrieg“! Die Story geht so: Im Wettlauf um Wachstum und Macht sorgen Amerika und China für künstlich niedrige Kurse von Dollar und Renminbi, hieven so den Euro hoch – und machen deutsche Produkte in Übersee immer teurer.

Extra-Kaufkraft für alle

„An den Devisenmärkten ist der Teufel los“, weckt auch das Massenblatt „Bild“ schaurige Befürchtungen. Und fragt: „Müssen wir uns Sorgen um den Euro machen?“ Die Leser diskutieren das derzeit aufgeregt im Internet. „Natürlich“, schreibt einer, „schon von Anfang an, ihr Trottel, wir hätten die D-Mark nie aus der Hand geben dürfen ...“

An der Angst vor einem ewig steigenden Wechselkurs, der unserem Export das Genick bricht, ist eines komisch: Im Mai fürchteten alle noch das Gegenteil!

„Nichts kann die Talfahrt des Euro stoppen“, urteilte damals die in Wirtschaftskreisen viel gelesene „Neue Zürcher Zeitung“. Die Griechen-Krise drückte den Kurs in den Keller, laut „Stern“-Umfrage hatten 54 Prozent der Deutschen „große Angst, dass die Preise steigen“. Klar: Wenn der Euro „in Richtung Parität zum Dollar“ fiele, wie es der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer an die Wand malte, dann würde in Dollar gehandelte Einfuhr richtig teuer, etwa Sprit.

Doch für Wechselkurse gilt ganz besonders, was der Schriftsteller Mark Twain einmal so ausdrückte: „Prognosen sind schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Vermutlich spielen die Devisenhändler irgendwann die nächste Gruselstory durch. Vorerst bleibt festzuhalten:

  • Der stärkere Euro verbilligt viele Importgüter – das bringt uns mehr Kaufkraft.
  • Auch Urlaub in Übersee wird billiger.
  • Und unser Export, Wechselkurs hin oder her, wächst derzeit kräftig.

Der Euro stand übrigens schon bei 1,60 Dollar und auch schon bei 0,83 Dollar. Vielleicht braucht es noch ein paar Kurs-Kapriolen, bis sich die Meinung des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt durchsetzt. Er sagte neulich: „Der Euro ist im Gegensatz zu vielerlei dummem Geschreibsel eine völlig ungefährdete Währung.“

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